Idee mit großer Wirkung: washabich.de
Körper und Seele

Idee mit großer Wirkung: washabich.de

Die Idee wird bald zwei Jahre alt. Und erfährt weiterhin großen Zulauf. Im Januar 2011 schalteten Anja Kersten, Ansgar Jonietz und Johannes Bittner die Internetseite washabich.de frei. Ihr  Ziel: Medizinische Befunde in eine einfache und verständliche Sprache zu übersetzen.  Die zwei Studenten der Medizin und der Informatiker wussten nicht, wie sehr das Angebot einschlagen würde. Die aktuellen Zahlen sprechen für sich: „Wir haben gerade den 10.000 Befund an den Patienten zurück geschickt“, erzählt Johannes Bittner am Telefon.

Mehr als 300 Medizinstudenten (ab dem 8. Semester) unterstützen heute das Projekt, das weiterhin wächst.  Dazu kommen etwa 180 Assistenz- und Fachärzte, die es begleiten, zusätzlich zwei Diplom-Psychologen. Auf der Webseite verzeichnen die drei Gründer mehr als 40.000 Zugriffe pro Monat. „Am Anfang war es schwierig, einschätzen zu können, wie viel Kapazität wir dafür brauchen“, beschreibt er die großen Herausforderungen beim Start.  Die Unterstützung war sehr schnell notwendig, so viele Anfragen kamen gleich in den ersten Wochen.

 Das mit vielen Preisen bedachte Projekt hat in den letzten zwei Jahren von allen Seiten viel Zuspruch erfahren. Zuerst von vielen Patienten, die mit Hilfe der Übersetzung ihre Befunde verstanden haben. Besonders dankbar sind auch die Studenten. „Viele gehen ganz anders in ihr weiteres Studium, wenn sie sich bei uns engagiert haben“, berichtet Mit-Gründer Bittner. Zu offensichtlich sei die Diskrepanz in der Kommunikation mit den Patienten, die tagtäglich passiere.

Aus dieser Erfahrung haben sich die drei weitere Ziele gesteckt. „Wir wollen künftig schon mehr in die Medizin-Ausbildung eingreifen, um direkt dort an der Kommunikation mit den Patienten zu arbeiten“, lässt Johannes Bittner  verlauten. Gleichzeitig sehen die drei auch die Ordnung von Informationen als eine Herausforderung. Vielen Patienten fällt es nach seinen Erfahrungen schwer, die vielen Informationen im Internet als fundiert und verlässlich bewerten zu können. Das Internet sei dabei unentbehrlich, „…wir haben unsere Idee auch nur dort verwirklichen  können“.

Anja Kersten, Ansgar Jonietz und Johannes Bittner sind seit März fest im gemeinnützigen Unternehmen angestellt. „Wir suchen gerade weitere Partner, entwickeln einen Förderkreis, und arbeiten in diesen Tagen an der Finanzierung für das nächste Jahr“, so Bittner.