Kleine graue Wolke - Ein Dokumentar-Film über Multiple Sklerose
Körper und Seele

Ein Dokumentar-Film über Multiple Sklerose

Im August 2011 erfährt Sabine Volgmann, dass sie an Multiple Sklerose erkrankt ist. Nur drei Monate später entsteht schon ein Plan.  Sie wird genau darüber einen Film drehen.  Es ist naheliegend, denn sie studiert nach ihrer Ausbildung Film. „Die erste Idee war für einen Kurzfilm“, erzählt sie am Telefon. „Ich wollte damit die Diagnose verarbeiten, und anderen helfen“.

Mittlerweile ist vom Kurzfilm keine Rede mehr. Geplant ist eine ausführliche Dokumentation, 90 Minuten lang.  Regie führt Sabine Volgmann selbst. „Das ist dann auch meine Bachelor-Arbeit“, erzählt sie mir, Abschlussprüfung also. Ein kleines Team ist im Sommer des letzten Jahres entstanden, in wenigen Wochen ist Drehbeginn. Und es ist noch viel zu tun. Und schon viel geschafft.

„Wir haben in den letzten Monaten viel recherchiert  und viele Gespräche geführt“, berichtet David Brych. Er ist Produzent und damit Organisator des Projektes.  Und jetzt geht es in die entscheidende Phase. Immerhin sind demnächst 30 Drehtage vorgesehen. Die Fertigstellung des Films ist für August geplant. Die Dokumentation soll auf Festivals präsentiert werden. Man spricht auch gerade mit Film-Verleihern, und mit Sendern. Entschieden ist noch nichts.

Ach, ja, die Finanzierung ist auch kein leichtes Unterfangen. „Wir haben dafür einen Film-Förderungsantrag gestellt“, berichtet Brych. Und vor wenigen Tagen zusätzlich ein Crowdfunding aufgesetzt. Die Chance also, sich auch mit kleinen Beträgen an diesem Projekt beteiligen zu können. Die dafür notwendigen 50 Fans zum Start der gemeinsamen Finanzierung waren schnell zusammen.

„Das Interesse an diesem Film und die Unterstützung sind schon groß“, erzählt Sabine Volgmann. Sie hat in den letzten Monaten mit vielen Betroffenen gesprochen, recherchiert, sie um Interviews gebeten.  Ganz bewusst hat man sich dafür auch für ein ganz kleines Team entschieden. Kamera, Ton, und sie selbst als Interview-Partnerin. „Selbst vor der Kamera zu stehen und gleichzeitig die Regie des Films zu führen ist schon eine Herausforderung“, gibt sie gern zu.

Besonders spannend ist für sie das direkte Feedback, dass sie über facebook , Twitter und als Kommentare auf ihrem Blog erhält. „Das ist oft wirklich beflügelnd, die Reaktionen  unmittelbar zu erfahren“, berichtet Sabine. Es mache großen Spaß, das Projekt auf diese Weise begleiten zu können.

Die Frage ist noch, wie der Titel entstanden ist.  Ein Zitat des Arztes, der die Multiple Sklerose damals diagnostiziert hat. „An ihrem blauen Himmel ist jetzt eine kleine graue Wolke“.