Blogschau: Mein soziales Netzwerk ist verlässlich
Körper und Seele

Mein soziales Netzwerk ist verlässlich

Sie sind wohl das Salz in der Internet-Suppe: Die Blogs. Private Seiten von Menschen, die über sich und ihr Thema schreiben. Die auch gern mal dort diskutieren, und sich mit anderen austauschen und vernetzen. In unregelmäßigen Abständen möchten wir mit der „Blogschau“ gern einige dieser interessanten und persönlichen Blogs vorstellen.

Heute stellt sich Sue vor; sie hat unseren Fragebogen beantwortet. Herzlichen Dank dafür!

Hallo, stellst du dich kurz vor? (Ihr könnt‘ auch gern anonym bleiben, kein Problem)

Ich heiße Sue und lebe in Hamburg. 2006 bekam ich die Diagnose Brustkrebs und seit 2009 wachsen auch überall Metastasen. 

Wo finden wir dein Blog? Und wo finden wir dich im Internet noch?

http://brustkrebstagebuch.blog.de/

Ich bin weder bei Facebook noch bei Twitter oder sonst einem "sozialen Netzwerk" Ich habe mein soziales Netzwerk nicht so weit gestreut, aber es funktioniert und ist absolut verlässlich für mich.

Wann und warum hast du mit dem Bloggen begonnen?

Ich habe direkt nachdem der Verdacht auf Brustkrebs aufkam angefangen zu bloggen.

Was war schwierig beim Beginn?

Die erste Zeit war das ein Tagebuch für mich, und ich konnte mir alles aus dem Kopf schreiben, was da so rumkreiste und mich zum Beispiel am Schlafen gehindert hat.

Gibt es besondere Geschichten seither?

Bei mir gibt es immer irgendwelche Geschichten, und nichts, aber auch rein gar nichts läuft normal oder einfach.

Was bedeutet dir das Bloggen heute?

Vor allem viele Kontakte zu tollen Menschen, Betroffene und nicht Betroffene.

Was nervt?

Beim Bloggen nervt bisher nichts.

Ansonsten ärgere ich mich vor allem über das was im Gesundheitswesen heute passiert. Ich war dreissig Jahre Krankenschwester; und heute als Patientin spüre ich viel negative Veränderungen bei Organisation und Berufsauffassung. Ohne mein Fachwissen und einen breiten Rücken wäre ich bereits tot. Mir reicht eigentlich der Krampf mit der Erkrankung und den Folgen, dann auch noch das gesamte Gesundheitmanagment übernehmen zu müssen, weil ich überall auf Inkompetenz treffe, das nervt tatsächlich gewaltig.

Über die wirtschaftlichen Probleme, in welche man in unserer Gesellschaft durch Krankeit saust, könnte ich auch noch ein paar Sätze schreiben.

Was wünscht du dir für das Internet?

Mehr sinnvolle Vernetzung und viele gute ShitStorms.

Und sonst? (Platz für Grüße und Küsse….)

Liebe Grüße an alle Mitleser und Freunde. Duch die Erkrankung haben sich falsche Freunde verabschiedet und was übrig geblieben ist, oder neu dazugekommen, hat einen ganz besonderen Wert für mich.