Gesundheit

"Nur" Kopfschmerz oder "schon" Migräne?

Experten schätzen: Nur 3 von 10 Betroffenen wissen, dass sie Migräne haben. Nicht selten ist ungeeignete Selbstmedikation und unnötiges Leiden die Folge. Woran Sie den Unterschied erkennen, erfahren Sie hier.

Typische Migräne-Symptome sind:

  • Lange Kopfschmerz-Attacken (24 bis 72 Stunden)
  • Pochender, pulsierender Schmerz, meist halbseitig
  • Steigerung des Schmerzes bei körperlicher Anstrengung
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Licht- bzw. Lärmempfindlichkeit

Oftmals laufen Migräneanfälle in typischen Phasen ab:

Vorbotenphase: Sie signalisiert gut einem Viertel der Betroffenen bereits 1-2 Tage vor einsetzen der Schmerzen einen bevorstehenden Migräneanfall. Typisch für diese Phase:

  • Müdigkeit,
  • Stimmungsschwankungen
  • Heißhunger auf bestimmte Lebensmittel
  • Überempfindlichkeit gegen (Sonnen-)Licht, Geräusche, Gerüche

Auraphase: Bei etwa 20 Prozent der Patienten beginnt ein Migräneanfall mit Störungen des Zentralen Nervensystems. Diese „Aura“ dauert meist weniger als eine Stunde an und verschwindet bei Einsetzen der Schmerzen. Typische Symptome während der Auraphase sind:

  • Augenflimmern und Sehstörungen, zum Beispiel Zickzacklinien am Rande des Gesichtsfeldes
  • Kribbelempfindungen und Taubheitsgefühle in Armen, Beinen und im Gesicht
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Sprachstörungen

Die eigentliche Kopfschmerzphase

Rückbildungsphase: Bis zu 24 Stunden nach dem Abklingen der Kopfschmerzen fühlt sich der Patient müde, erschöpft und abgeschlagen

Suche nach Auslöser

Leichtere Migräneanfälle können mit herkömmlichen Schmerzmitteln (ASS, Ibuprofen, Paracetamol …) und eventuell einem Medikament gegen Übelkeit behandelt werden. Es gibt aber auch spezielle Medikamente,Triptane genannt. Diese wirken gezielt an den Schaltstellen im Gehirn, an denen die Krankheitsvorgänge der Migräne ablaufen. Einige Triptane sind ohne Rezept in der Apotheke erhältlich. Vor der ersten Einnahme sollten Sie aber auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen. Denn neben der Auswahl des richtigen Medikaments kann er auch bei der Suche nach dem Auslöser der Migräneanfälle helfen. Diese können vom Auslassen einer Mahlzeit über Stress bis zu hormonellen Veränderungen reichen.

Und ganz wichtig: Triptane müssen zum richtigen Zeitpunkt eingenommen werden, um optimal zu wirken. Ist der Kopfschmerz bereits stark ausgeprägt, ist es dafür oft zu spät. Andererseits raten Fachleute davon ab, Triptane bereits während der Auraphase einzunehmen. Auch hierzu kann Ihr Arzt Sie optimal beraten.

Umfassende Informationen zum Thema findet man auf  der Website der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG)