Das Beste daraus machen: Trotz Rosacea lächeln!
Körper und Seele

Das Beste daraus machen: Trotz Rosacea lächeln!

Meine persönliche Rosacea-Geschichte begann vor 12 Jahren. Mein Gesicht blühte plötzlich knallrot auf, dazu kamen noch Knötchen und Pickelchen. „Schwangerschaftsakne“ lautet zunächst die Diagnose der Ärzte, da ich mit meinem Sohn schwanger war. Doch, nachdem mein Gesicht auch nach der Schwangerschaft nicht besser wurde, habe ich weitere Ärzte konsultiert bis dann die Diagnose Rosacea fest stand – chronisch, nicht heilbar. Das war erst mal ein Schock.

Bei mir kommen die Rötungen im Gesicht schubweise – mal stärker, mal schwächer. Wenn ich etwa Wein trinke, weiß ich schon vorher, dass sich bei mir die kleinen Blutgefäße im Gesicht schlagartig öffnen und sich – im Gegensatz zu den Gefäßen gesunder Menschen – nicht gleich wieder schließen. Manchmal entstehen außerdem noch Eiterpickel oder Verknotungen. Mit der Zeit habe ich herausgefunden, welche Faktoren negative Auswirkungen auf meine Haut haben und worauf ich besser verzichten sollte. Auslösefaktoren, die „Trigger“, sind bei mir Wein, Kaffee, scharfes Essen aber auch Stress, Wärme und Sonne. Ich muss nur an einem Glas Wein nippen, schon fühle ich, dass ich glühe und mich meine Umgebung anstarrt. Trotzdem will ich nicht auf „alles verzichten“. Ich trinke gelegentlich mal ein Glas Wein oder sauniere – Dinge eben, die ich gerne tue, eine Art Balsam für die Seele. Manchmal trickse ich ein bisschen. Vergangenen Sommer fuhr ich beispielweise ans Meer und lag sogar am Strand – bis zum Hals in der Sonne und den Kopf im Schatten. Natürlich habe ich mich von Kopf bis Fuß eingecremt, vor allem meine Gesichtshaut vor dem Trigger „Sonnenstrahlung“ mit einem hohen Lichtschutzfaktor 50 geschützt und meinen Körper regelmäßig im Meer abgekühlt.

Fragende Blicke der Mitmenschen

Dennoch fallen in der Öffentlichkeit oder bei der Arbeit meine schwach bis mittelstarken Rötungen, die immer ein bisschen wie „Sonnenbrand“ aussehen, auf. Als Empfangsdame in einer zahnärztlichen Praxis, musste ich schnell lernen damit umzugehen, angeschaut oder sogar darauf angesprochen zu werden. Täglich merke ich die Blicke, die mich indirekt fragen, ob ich mich nicht gegen die Sonne geschützt habe oder was mit meiner Gesichtshaut los ist. Leider fehlt einigen Menschen das Gespür dafür, wie man mit Menschen mit Hautkrankheiten umgeht. Sie fragen taktlos und offensiv: „Was haben Sie denn im Gesicht?“. Vielleicht auch – wie in meinem konkreten Fall – weil viele gar nichts von der Volkskrankheit Rosacea wissen, von der schließlich rund 4 Millionen Menschen in Deutschland betroffen sind.

Von Zeit zu Zeit leidet auch die Psyche unter den fragenden Blicken und Fragen. In der Vergangenheit kam es auch durchaus vor, dass ich an manchen Tagen am liebsten geheult hätte. Doch jeden Tag arbeite ich daran, mit unangenehmen und belastenden Situationen umzugehen, sodass mein Selbstbewusstsein weiter wächst.

Meine Empfehlung

Natürlich wollte ich Rosacea nie haben, sie ist unangenehm und nervt. Ich bin froh, dass ich eine Dermatologin meines Vertrauens gefunden habe, die mich richtig gut berät und mir entsprechende Therapiemöglichkeiten aufgezeigt hat. Deshalb rate ich jedem, der unter langanhaltenden bzw. immer wieder auftretenden Rötungen leidet, einen Hautarzt zu konsultieren. Wenn es zur Diagnose „Rosacea“ kommt, empfehle ich regelmäßig einen Hautarzt aufzusuchen.

Als ich die Diagnose gestellt bekommen habe, stellte sich für mich am Ende nur eine Frage: „Was willst du denn machen?“. Das Schwerste war für mich zu akzeptieren, dass ich von jetzt ab immer mit den Rötungen leben muss besser, denn Heilung ist leider noch nicht in Sicht, wodurch man gezwungen ist, sich früher oder später damit anzufreunden. Also sollte man versuchen, das Beste daraus zu machen und trotz Rosacea zu lächeln!

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