Gesundheit

Weiterhin Rezeptpflicht für "Pille danach"

Der Gesundheitsausschuss des Bundestages hat beschlossen, dass die sogenannte „Pille danach“ weiterhin rezeptpflichtig bleiben soll. Die Abgeordneten der CDU und FDP lehnten die Anträge der Opposition ab. Sie hatten eine Aufhebung der Rezeptpflicht gefordert. Grundsätzlich sei eine ärztliche Beratung bei der Verwendung dieser Medikamente nötig, hieß es dazu von Seiten der Union.

Anderer Meinung ist die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Diese rät seit Jahren, die entsprechenden Präparate rezeptfrei zugänglich zu machen. Eine ärztliche Untersuchung vor der Einnahme sei aus medizinischer Sicht nicht erforderlich.  Ungewollte oder unerwünschte Schwangerschaften und Schwangerschaftsabbrüche könnten damit verhindert werden.

Die Aufhebung der Rezeptpflicht ist auch Meinung des zuständige Ausschusses des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte. Der Deutsche Pharmazeutinnen Verband DPV schloss sich dem bei einer Anhörung im Gesundheitsausschuss des Bundestages im April an. Die Freigabe in 79 Ländern habe zu überwiegend positiven Erfahrungen geführt. In nahezu allen EU-Mitgliedsstaaten sind die erforderlichen Medikamente  ohne Rezept erhältlich. Ausnahmen sind Italien, Polen und Deutschland.

DocMorris Chef-Apotheker Prof. Dr. Christian Franken: „Uns ist bewusst, dass diese Diskussion eine moralisch-ethische Betrachtungsweise mehrerer Seiten hat. Eine Beteiligung an dieser Diskussion steht uns als  Apotheke nicht zu. Aus unserer Sicht sind wir aufgrund der pharmazeutischen Verantwortung für die Beibehaltung der Rezeptpflicht.“