Körper und Seele

Kostenfrei und neutral: Unabhängige Patientenberatung

Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) berät seit 2006 Patientinnen und Patienten in gesundheitlichen und gesundheitsrechtlichen Fragen – qualitätsgesichert, kostenfrei, neutral und unabhängig. Ziel ist es, die Patientenorientierung im Gesundheitswesen zu stärken und Problemlagen im Gesundheitssystem aufzuzeigen. Neben der Beratungsarbeit wertet die UPD Anliegen und Probleme der Ratsuchenden anonym in jährlichen Berichten aus und übermittelt sie an den Beauftragten der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten. Seit 2011 ist die UPD ein dauerhaftes Angebot.

Das Angebot der UPD umfasst 21 regionale Beratungsstellen, ein bundesweites Beratungstelefon in drei Sprachen und einen überregionalen Arzneimittelberatungsdienst. Die Beratung ist kostenfrei und unterliegt keiner Gewinnorientierung. Träger der Regionalstellen mit ihren rund 70 Beraterinnen und Beratern sind die Landes- bzw. Mitgliedsverbände der drei UPD-Gesellschafter. Diese sind: der Sozialverband VdK Deutschland, der Verbraucherzentrale Bundesverband und der Verbund unabhängige Patientenberatung. Gemeinsam bilden sie den Verbund der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland, der durch eine Bundesgeschäftsstelle in Berlin zentral gesteuert und organisiert wird.

Die UPD versteht sich als Wegweiser und Lotse durch ein unübersichtliches Gesundheitssystem, das geprägt ist durch eine Fülle von Akteuren mit teilweise unterschiedlichen Zielen. Viele Patientinnen und Patienten sind daher auf der Suche nach Unterstützung. Der Bedarf ist groß: Zwei Drittel der Deutschen über 16 Jahre haben ein konkretes Informations- und Beratungsbedürfnis zu einem oder mehreren Gesundheitsthemen. Finanziert wird Beratung der UPD durch den Spitzenverband Bund der Krankenkassen. Die Unabhängigkeit der UPD gewährleisten ihre Gesellschafter oder deren wesentliche Mitglieder.

Alle 21 regionalen UPD-Beratungsstellen sind mit einem qualifizierten, multidisziplinären Beratungsteam besetzt. Es besteht aus mindestens drei Expertinnen oder Experten mit Hochschulabschluss und einschlägiger Berufs- und Beratungserfahrung. Verstärkt werden die Kernteams durch Assistenzkräfte sowie ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In speziellen Fällen können die Beratungsstellen auf einen erweiterten Expertenpool zugreifen. Neben drei UPD-eigenen Kompetenzstellen für Zahngesundheit, Hilfsmittel und interkulturelle Kompetenz beinhaltet der Pool die UPD-Arzneimittelberatungsstelle an der Technischen Universität Dresden. Diese kann von Ratsuchenden auch direkt zu Fragen der Arzneimittelanwendung und -therapie genutzt werden: www.arzneimittelberatungsdienst.de.

Die Beratungsstellen sind mindestens 16 Stunden in der Woche für Ratsuchende telefonisch oder persönlich erreichbar. Die Räumlichkeiten sind barrierefrei und gut erreichbar. Die Adresse und Öffnungszeiten der nächstgelegenen Beratungsstelle erfahren Ratsuchende über das bundesweite Beratungstelefon oder unter www.upd-online.de.

Themen der Patientenberatung:

  • Patientenrechte
  • Gesetzliche Neuregelungen im Gesundheitswesen
  • Leistungen der Kostenträger (z.B. Krankenkassen)
  • Konflikte mit Ärztinnen und Ärzten oder Krankenkassen
  • Verdacht auf Behandlungsfehler
  • Unterstützung bei Beschwerden
  • Fragen zu diagnostischen Verfahren und zu Behandlungsalternativen
  • Informationen zu Krankheitsbildern und -ursachen
  • Fragen zu Medikamenten, Impfungen und Medizinprodukten
  • Fragen zu den Kosten von individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL)
  • Umgang mit den sozialen/psychischen Folgen schwerer Erkrankungen
  • Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung
  • Regionale Suche z.B. nach Ärzten, Kliniken, Therapeuten und Selbsthilfe
  • Rehabilitation

Für die Qualität der Beratung entscheidend sind neben einer hohen Fachkompetenz der Berater die sachliche Richtigkeit der Informationen sowie die Unabhängigkeit in fachlicher und institutioneller Hinsicht. Die UPD betreibt dazu ein zentral gesteuertes Wissensmanagement. Dieses definiert, welche Informationen den Ratsuchenden vermittelt werden und aktualisiert laufend den Wissensbestand. Basis dafür sind evidenzbasierte wissenschaftliche Erkenntnisse, einschlägige gesetzliche Grundlagen und die aktuelle Rechtsprechung. Darüber hinaus werden alle Beratungsfälle anonym erfasst und ausgewertet.

Die Beratung der UPD ist explizit ein ergänzendes Angebot. Sie steht zu keiner anderen Instanz im deutschen Gesundheitswesen in Konkurrenz und ersetzt nicht die Leistungen von Ärzten oder Anwälten. Daher gibt die UPD auch keine rechtlichen oder medizinischen Zweitmeinungen ab. Ebenso wenig kommentiert sie als neutrale Beratungseinrichtung politische Sachverhalte im öffentlichen Meinungsbildungsprozess.