Gesundheit

Wunsch nach Aufklärung und Lehrstuhl

„Meine Diagnose wurde erst nach meinem langjährigen und sehr schmerzhaften Leidensweg im Februar 2010 mit Hilfe einer Bauchspiegelung gestellt. Und dann stand ich da, ohne weiteres Wissen und Hilfe. Also begann ich mit der eigenen Recherche zum Thema“. Liane Döring erzählt, wie es begann. Die Diagnose: Endometriose.

Endometriose ist eine chronische, aber gutartige Erkrankung von Frauen. Gewebe, ähnlich dem der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) tritt dabei im Unterleib auf und siedelt sich dort an den Eierstöcken, Eileitern, Darm, Blase oder dem Bauchfell an. In seltenen Fällen sind auch andere Organe betroffen, wie z.B. die Lunge. In den meisten Fällen werden diese Endometrioseherde von den Hormonen des Monatszyklus beeinflusst. So können die Herde zyklisch wachsen und bluten.

So erklärt es die Endometriose-Vereinigung Deutschland e.V. auf der Webseite, eine weitere Erklärung findet sich bei Wikipedia. Und Liane Döring weiß mittlerweile mehr als das. Und hat es nicht beim Wissen belassen. Innerhalb geraumer Zeit hat sie drei Selbsthilfegruppen in Leipzig, Halle und Dresden initiiert und koordiniert.

„Es dauert oft sechs bis zehn Jahre, bis die richtige Diagnose gestellt wird“, berichtet sie mir am Telefon. „Zumeist sind bis dahin schon mehrere falsche Diagnosen gestellt worden“, fügt sie hinzu. Jährlich, das berichtet auch der Verein, erkranken mehr als 40.000 Frauen neu daran. Insgesamt, so wird vermutet, sind es in Deutschland etwa sechs Millionen Frauen, die an dieser chronischen Krankheit in unterschiedlichen Erscheinungsformen leiden.

„Diese Frauen stecken in ganz unterschiedlichen Lebensphasen“, erzählt Liane Döring. Vom Kinderwunsch junger Frauen bis hin zu den Beschwerden in den Wechseljahren reicht das Spektrum dieser Lebensphasen, dass sie in den vergangenen Jahren erfahren hat. „Manche Frauen empfinden dabei Schmerzen bis zur Ohnmacht.“

Döring ist insbesondere über das Internet dankbar, dass es mittlerweile viel leichter macht, Gleichgesinnte und weitere Betroffene zu finden. Natürlich finden sich im Netz auch immer mehr Informationen zur Krankheit. Wie immer im Leben gibt es auch dabei Nachteile. Denn nicht immer, so berichtet sie, stimmen die Informationen, die dort zu finden seien. „Wir müssen immer wieder Aufklärung betreiben“, so Döring.

Dies ist ohnehin einer der Wünsche, die sie an die Öffentlichkeit hat. „Die Krankheit ist viel zu wenig bekannt, selbst unter Ärzten“. Und so wünscht sich Liane Döring für die Zukunft einen Lehrstuhl zur Endometriose, überhaupt viel mehr Forschung zu diesem Thema, das so viele Frauen betrifft. „Nicht in jeder Bibliothek ist ein Buch darüber zu finden, auch keine Handreichung für Ärzte.“

So, wie sie kann, setzt sie sich für die Aufklärung ein, gleichzeitig für die Selbsthilfegruppen, die sie weiterhin mit viel Engagement koordiniert. Und nutzt dabei weiterhin aktiv das Internet, etwa die Facebook-Seite, die sie zu diesem Thema eingerichtet hat. Einen Twitter-Account bedient sie auch. „Es ist gut, sich untereinander austauschen und sich gegenseitig Mut machen zu können“.