Körper und Seele

Verlässliche Informationen zu evidenzbasierter Medizin

Wer im Internet nach verlässlichen Informationen zu Krankheiten oder Behandlungsmöglichkeiten sucht, wird irgendwann auf die Seite Gesundheitsinformation.de stoßen.  Allein in der Rubrik „A-Z“ bleibt kaum ein Thema außen vor: Von Abnehmen und Atmungsstörungen über Endometriose und Rosazea bis hin zu Zytologischen Untersuchungen und Zähnen werden viele Themen behandelt. Eins der aktuellen Themen: Töpfchen-Training für Kleinkinder.

Anbieter dieser Seite ist das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, kurz IQWiG. Ein Institut, das es seit 2004 gibt. Das Institut ist eine fachlich unabhängige wissenschaftliche Einrichtung der privaten und gemeinnützigen Stiftung für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Sie verfolgt das Ziel, evidenzbasierte Entscheidungen in Gesundheitsfragen zu unterstützen. Das Institut wird durch sogenannte Systemzuschläge finanziert und darf darüber hinaus Zuwendungen des Bundesgesundheitsministeriums annehmen. Es trifft keine Sponsoring- oder Werbe-Vereinbarungen und wirbt nicht um Zuwendungen.

Das IQWiG

Die Aufgabe des IQWiG ist die Bewertung des medizinischen Nutzens, der Qualität und der Wirtschaftlichkeit medizinischer Untersuchungs- und Behandlungsmethoden und die Veröffentlichung der Bewertungsergebnisse. Das Institut erhält seine Aufträge vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA), einem Gremium der Selbstverwaltung von Ärztinnen und Ärzten, Krankenkassen und Krankenhäusern, und vom Bundesgesundheitsministerium zu verschiedenen Themenbereichen, unter anderen zum Nutzen diagnostischer und therapeutischer Maßnahmen, zu strukturierten Behandlungsprogrammen sowie zur Bewertung von klinischen Leitlinien.

„Das Institut informiert über seine Arbeitsergebnisse auf zwei Wegen“, erläutert Susanne Breuer, stellvertretende Leiterin des Ressorts Kommunikation. Über IQWiG.de werden die wissenschaftlichen Berichte zu Arzneimitteln, nichtmedikamentösen Behandlungsmethoden und Behandlungsleitlinien publiziert. Diese Informationen nutzt vor allem die Fachwelt. In allgemeinverständlicher Texten informiert das IQWiG über diese Arbeitsergebnisse und weitere Gesundheitsthemen auf der Internetseite Gesundheitsinformation.de, die sich an alle Bürgerinnen und Bürger richtet.

Wissen verdoppelt in drei Jahren

„Die Mitarbeiter des Institutes recherchieren zu den jeweiligen Auftragsthemen weltweit. An der Berichterstellung sind auch regelmäßig externe Sachverständige beteiligt“, erklärt Susanne Breuer. „Die Ergebnisse in den Berichten geben den aktuellen Wissensstand zu der jeweiligen Fragestellung wieder“, so Breuer. Keine leichte Aufgabe, denn, so wird vermutet, das Wissen in der Medizin, verdoppelt sich nahezu alle drei Jahre.

Darüber hinaus versteht sich das Institut als wissenschaftliche Informationsquelle für die Öffentlichkeit sowie für Ärztinnen und Ärzte, Leistungserbringer im Gesundheitswesen, Konsumenten und andere Interessierte. Es fungiert als unabhängiger Herausgeber von evidenzbasierten medizinischen Informationen für Bürgerinnen, Bürger, Patientinnen und Patienten, bietet aber keine individuelle Patientenberatung an.

Patientendialog

Dass immer mehr Menschen im Internet nach Rat zu medizinischen Themen suchen, kann Susanne Breuer vom IQWiG bestätigen. „Die Abrufzahlen der von uns angebotenen Informationen steigen kontinuierlich“. Ein Grund mehr für das Institut, erst vor wenigen Wochen die Seite IQWiG.de einer technischen Erneuerung zu unterziehen.

Der Dialog mit den Patienten und Interessengruppen ist dem Institut wichtig. Ein Grund etwa für den „IQWiG-Patiententag“, der in diesem Jahr am 28. September stattfinden wird. Etwa 100 Gästen wird an diesem Tag ein informatives Programm  geboten. Bei der Erstellung der wissenschaftlichen Berichte und der Gesundheitsinformationen bezieht das Institut stets Patientenvertreter mit ein und arbeitet  daher regelmäßig mit Patientenorganisationen zusammen.