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Körper und Seele

Großes Interesse an klinischer Psychopharmakologie

Sie sind wohl das Salz in der Internet-Suppe: Die Blogs. Private Seiten von Menschen, die über sich und ihr Thema schreiben. Die auch gern mal dort diskutieren, und sich mit anderen austauschen und vernetzen. In unregelmäßigen Abständen möchten wir mit der „Blogschau“ gern einige dieser interessanten und persönlichen Blogs vorstellen.

Heute stellt sich Prof. Dr. Gerhard Gründer vor; er hat unseren Fragebogen beantwortet.

Hallo, stellst du dich kurz vor? (Ihr könnt‘ auch gern anonym bleiben, kein Problem)

Ich bin Professor für Experimentelle Neuropsychiatrie am Universitätsklinikum Aachen und stellvertretender Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Universitätsklinikum Aachen. Schwerpunkte meiner Tätigkeit sind die Krankenversorgung, die Lehre im Rahmen des Modellstudiengangs Medizin an der RWTH Aachen sowie die Erforschung psychischer Störungen. Ich habe ein besonderes Interesse an der Neurobiologie psychischer Störungen und an der klinischen Psychopharmakologie.

Wo finden wir dein Blog? Und wo finden wir dich im Internet noch?

Mein Blog ist unter der Adresse mind-and-brain-blog zu erreichen. Daneben findet man mich bei LinkedIn, Facebook, Google+, Twitter und auf der Homepage des Universitätsklinikums Aachen.

Wann und warum hast du mit dem Bloggen begonnen?

Mein Blog ist Anfang November 2012 online gegangen. Ziel war und ist es, Fachkolleginnen und –kollegen und Studierende, aber eben auch Patienten, Angehörige und interessierte Laien, über aktuelle Entwicklungen auf dem Gebiet der klinischen Psychiatrie und Psychopharmakologie zu informieren und Interesse an diesen spannenden Themen zu wecken und zu vertiefen. Ich wollte auch ein Forum für einen kreativen Austausch mit all diesen Gruppen schaffen.

Was war schwierig beim Beginn?

Zunächst schreibt man nur für einige ganz wenige, weil die Zugriffszahlen einfach sehr gering sind. Hiervon darf man sich nicht entmutigen lassen. Mit zunehmender Zahl von Inhalten wird man von Suchmaschinen häufiger gefunden, der (oder das) Blog wird bekannter. Letztendlich steigen dann die Zugriffszahlen exponentiell an, und die Arbeit macht zunehmend Spaß, vor allem auch wegen des vielen positiven Feedbacks.

Gibt es besondere Geschichten seither?

Es gibt sehr viel positive Resonanz, weniger im Blog selbst als in den damit verbundenen „Social Media“, vor allem Facebook und Google+. Besonders positiv werden meine Videos bewertet, die in meinem Blog oder bei YouTube zu finden sind. Als positiv möchte ich auch die vielen Anfragen von Patienten hervorheben, die mich per Email oder auch telefonisch kontaktieren und um Rat fragen. Im Einzelfall hat das sogar zu stationären Behandlungen bei uns in Aachen geführt.

Was bedeutet dir das Bloggen heute?

Das Bloggen ist für mich ein Medium des intensiven Austauschs mit Kolleginnen und Kollegen, Studierenden, Patientinnen und Patienten und deren Angehörigen und all derer, die sich für das Gehirn und die Psyche interessieren. Für mich als Wissenschaftler bedeutet das, „aus dem Elfenbeinturm“ heraus- und mit der Öffentlichkeit in Kontakt zu treten.

Was nervt?

Kritik und Kommentare, die völlig undifferenziert und unqualifiziert sind und von Menschen kommen, die sich hinter einem Pseudonym oder einem Avatar verstecken. Es ist leicht, dabei eben aber auch feige, eine Person zu beschimpfen, die sich öffentlich exponiert, und sich dabei nicht ebenso zu identifizieren. Es ist auch sehr leicht, alle von mir auf YouTube eingestellten Videos (14 an der Zahl) auf einen Schlag mit einem „don’t like“ zu versehen. Da drückt sich doch nur eine tiefe Psychiatriefeindlichkeit aus, die leider noch so oft zu beobachten ist.

Was wünscht du dir für das Internet?

Mehr Freiheit, weniger Kontrolle, weniger Kommerz, weniger Einfluss einiger weniger Superkonzerne.

Und sonst? (Platz für Grüße und Küsse….)

Ich grüße alle meine Leser und wünsche mir mehr Resonanz auf meine Arbeit, vor allem mehr inhaltliche Kommentierung.