Martin Kalus
Gesundheit

Sein Vortragsthema: Organspende

Martin Kalus hält Vorträge. Und bietet sie aktiv an. Aber es sind nicht die Vorträge, bei denen es um  Geld, Glück oder Versicherungen geht. Sein Thema ist „Organspende“.  Vom örtlichen Lions-Club über zahlreiche Landfrauen-Vereinigungen bis hin zu  Mitarbeitern des Landeskriminalamts: Martin Kalus kommt, wenn man ihn zu diesem Thema bittet. „Manchmal sind es nur fünf Teilnehmer, manchmal auch mehr als hundert Teilnehmer“, erzählt er mir am Telefon. Seine Bitte an alle Teilnehmer der Vortragsabende: Die persönliche Entscheidung für die Organspende.

Die Vorträge hält Martin Kalus in seiner Freizeit. Sein Beruf ist es aber auch. Kalus ist Transplantationskoordinator im Klinikum Stuttgart. Das Thema begleitet den einstigen Krankenpfleger schon seit vielen Jahren. „Ich kann mich sehr gut noch an die erste Nierentransplantation 1986 erinnern“, berichtet er. Seine Erfahrung ist seither sehr umfangreich.

Täglich elf Organübertragungen

Heute ist die Transplantation ein etabliertes Behandlungsverfahren, das in etwa 50 Kliniken der Bundesrepublik praktiziert wird. Den weitaus größten Teil bilden die Nierenverpflanzungen, gefolgt von Leber- und Herztransplantationen. Weniger häufig, aber ansteigend, sind Übertragungen des Pankreas und der Lunge. Jeden Tag werden in Deutschland durchschnittlich elf Organe übertragen. Demgegenüber stehen jedoch etwa 12.000 Menschen auf den Wartelisten, etwa 2 bis 3 Patienten sterben täglich, weil sie nicht rechtzeitig ein Organ erhalten können.

Der gelernte Kranken- und Dialysepfleger Martin Kalus wird 1991 Koordinator der Deutschen Stiftung Organtransplantation, arbeitete dort bis zum Jahr 2001, um seither bis heute für das Transplantationszentrum Stuttgart zu arbeiten. Zu seinen Aufgaben gehört auch, die Patienten, die auf ein Spenderorgan warten, zu betreuen. Und er betreut auch die, die eine Transplantation erfahren haben.

Auf eigene Initiative  hat Martin Kalus für sein schon viele Jahre währendes Thema  einen Twitter- und einen Facebook-Account eröffnet, um auch hier damit präsent sein zu können. Angemeldet hat er sich jetzt auf dem BleibGesundCamp am 8. und 9. Februar in Esslingen. „Dieses Veranstaltungsformat kenne ich bisher noch nicht“, so Kalus.

Die Fragen der Teilnehmer bei seinen Vorträgen, sagt er, sind nahezu immer die gleichen: Tun Ärzte wirklich immer alles, um mein Leben zu retten? Was passiert mit mir, wenn ich einen Hirntod erleide? Und wie zuverlässig ist die Diagnostik des Hirntods?  „Das ist immer der Hauptpunkt des Abends“, sagt Martin Kalus. Er klärt dann auf, erzählt aus seiner langen Erfahrung.  Seiner Meinung nach müssten auch die Krankenkassen in dieser Sache mehr als bisher aufklären.

Die sachliche Aufklärung zum Thema Organspende ist für ihn das Wichtigste. Wer sich mit den Fakten befasst, kann besser eine Entscheidung treffen, berichtet er. Darum geht es ihm.