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Körper und Seele

"Die Resonanz hat uns überrascht"

Sie sind wohl das Salz in der Internet-Suppe: Die Blogs. Private Seiten von Menschen, die über sich und ihr Thema schreiben. Die auch gern mal dort diskutieren, und sich mit anderen austauschen und vernetzen. In unregelmäßigen Abständen möchten wir mit der „Blogschau“ gern einige dieser interessanten und persönlichen Blogs vorstellen.

Heute stellen sich "Sophie" und "Platon" vor; sie haben unseren Fragebogen beantwortet.

Hallo, stellst du dich kurz vor? (Ihr könnt auch gern anonym bleiben, kein Problem)

Platon: Ich bin Kommunikationswissenschaftler und führe eine psychotherapeutische Praxis.

Sophie: Ich bin Geisteswissenschaftlerin. Und ziemlich bald auch selbstständige Journalistin.

Wo finden wir deinen Blog? Und wo finden wir dich im Internet noch?

Platon: Unser Blog findet sich unter seinsdualitaet.

Sophie: Dazu gibt es einen Account bei Twitter  sowie eine Seite bei Facebook unter dem Namen „Seinsdualitaet“.

Wann und warum hast du mit dem Bloggen begonnen?

Platon: Durch die Inspiration und den produktiven Gedankenaustausch mit meiner Mit-Bloggerin.

Sophie: Das Blog ist Mitte Dezember gestartet, verhältnismäßig kurzfristig. Ich glaube, andere Leute würden es als eine „Schnapsidee“ bezeichnen. Ich habe dann etwas gebaut, war aber zugegeben nicht sicher, ob das Prinzip funktionieren kann. Der Gedanke war, zwei unterschiedliche Arten von Wahrnehmung und Kommunikation aufzuzeigen und direkt gegenüber zu stellen. Daraus leitet sich langfristig die Frage ab, wie das System „Welt“ und der (Selbst-)Bezug darin eigentlich verstanden werden kann. Wir bewegen uns also in einem psychologischen Rahmen, greifen allerdings Fragen auf, die doch stark aus der Philosophie kommen. Das fanden wir spannend.

Was war schwierig beim Beginn?

Platon: Die eigene Ungeduld und Spannung in Grenzen zu halten. Aber ich bin ja auch nur der Co-Blogger, der mit der Gestaltung und dem Konzept nur indirekt beteiligt ist.

Sophie: Viel technischer Kleinkram gerade am Anfang. Dadurch, dass der Blog mit der direkten Gegenüberstellung arbeitet, musste ich deutlich machen, welcher Part gerade erzählt. Da stand auf der einen Seite ein gewisser ästhetischer Anspruch im Raum, auf der anderen Seite war es mir wichtig, dass der Blog zugleich auch möglichst barrierefrei ist. Einen Sprecherwechsel beispielsweise für Blinde deutlich zu machen, hat mich doch einige Emails und etwas Tüftelei gekostet – denn eigentlich bin ich ja gar kein Programmierer.

Nachdem dann die Resonanz sehr schnell sehr positiv war, musste zudem einen Schritt weiter gedacht werden: Wo geht die „Schnapsidee“ hin, was ist das konkrete Ziel, wo soll der Blog letztendlich landen?

Eine wichtige Frage war und ist zudem immer wieder die Grenzziehung. Wir wollen sicherlich keinen Seelen-Voyeurismus bedienen und müssen daher immer wieder neu abwägen, welche Inhalte warum aufgenommen werden – oder was wir streichen.

Gibt es besondere Geschichten seither?

Platon: Die positive Resonanz ist überraschend und gleichzeitig motivierend.

Sophie: Die Resonanz hat mich auch überrascht. Innerhalb weniger Tage hatte sich bereits eine eifrig kommentierende Stammleserschaft etabliert.

Was bedeutet dir das Bloggen heute?

Platon: Ich bin noch in der Anfangsphase.

Sophie: Mir ist es wichtig, dranzubleiben. Gleichzeitig gibt es durch die Interaktionen mit den Lesern auch auf Twitter und Facebook immer wieder neue Denkanstöße.

Was nervt?

 Platon: Bis jetzt noch nichts.

Sophie: Am Anfang waren es ein bisschen die ständigen Fragen, ob wir wirklich zu zweit bloggen und die Beiträge so, wie beschrieben, entstehen. Auch hier noch mal. Ja, dem ist so. Wir sind zu zweit. Und jeder von uns schreibt seine Erlebnis-Beiträge, bevor er die des jeweils anderen kennt. Erst im Blog werden die Beiträge dann zusammengeführt.

Was wünscht du dir für das Internet?

Platon: Respekt und Toleranz, Freiheit und angemessene Manieren.

Sophie: Dem schließe ich mich an.