Körper und Seele

Stiftungen stellen mehr als 17 Milliarden Euro zur Verfügung

Zahlreiche Projekte in der medizinischen Forschung oder in der Unterstützung von Patienten oder Aktionen  würde es nicht geben, wenn es Stiftungen nicht geben würde.  Stiftungen sind Einrichtungen, die häufig von Stiftern mit einem bestimmten Zweck gegründet werden. Dabei bleibt das eingesetzte Vermögen zumeist bestehen; unterstützt und finanziert wird mit den Kapitalerträgen.  Führend sind nach Auskunft des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen soziale Zwecke, gefolgt von anderen gemeinnützigen Zwecken, Bildung und Erziehung, Wissenschaft und Forschung, aber auch Kunst und Kultur sowie Umwelt. Mehr als 90 Prozent der Stiftungen sind gemeinnützig.

Die annähernd 20.000 Stiftungen in Deutschland setzen dabei ein Vermögen von etwa 100 Milliarden Euro ein. Die Zahlen, die der Bundesverband für 2012 vorhält, zeigen auf, dass etwa 17 Milliarden Euro im letzten Jahr für satzungsgemäße Zwecke ausgegeben wurden. „Deutschland liegt im europäischen Vergleich schon an der Spitze, was die Gesamtzahl der Stiftungen und etwa auch die Dynamik bei den Neugründungen angeht“, berichtet Katrin Kowark, Pressesprecherin des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen. Demnach wurden allein 2012 genau 645 neue sogenannte rechtsfähige Stiftungen bürgerlichen Rechts verzeichnet.

Stiftungen verfolgen gemeinnützigen Zweck

Den Hauptanteil bilden dabei Stiftungen, die mit einem Vermögen zwischen 100.000 und 1.000.000 Euro gegründet wurden. Oft steht der Zusammenhang zur Medizin nicht einmal in der Stiftungssatzung. Sowohl Wissenschaft und Forschung als auch soziale Zwecke und sogenannte „andere gemeinnützige Zwecke“ können dennoch darauf hindeuten, dass es im weiteren Sinne mit den Themen Gesundheit und Krankheit zu tun haben kann. „In vielen Fällen steht eine persönliche und direkte Erfahrung hinter dem Anlass einer Stiftung“, weiß Katrin Kowark zu berichten.

Der Bundesverband Deutscher Stiftungen hat über 3.800 Mitglieder; über Stiftungsverwaltungen sind ihm mehr als 7.000 Stiftungen verbunden. Als Dachverband repräsentiert der Verband etwa drei Viertel des deutschen Stiftungsvermögens von annähernd 100 Milliarden Euro.

Doch die machen sich derzeit gelinde Sorgen. Die weltwirtschaftliche Situation sieht kaum irgendwo größeres Wachstum. Die Zinsen sind weltweit im Keller; damit sind auch die Erträge aus den Stiftungsvermögen nur schwer zu erwirtschaften. „Es gibt viele Stiftungen, die über Kooperationen nachdenken um so ihre Effektivität zu steigern“, berichtet Pressesprecherin Kowark. Auch das Thema „Fundraising“ wird diskutiert.

Aktuell steht nach einer aktuellen Umfrage des Verbandes für viele Stiftungen eine Senkung der Ausgaben zur Zweckverwirklichung nicht zur Diskussion. Fast zwei Drittel der Stiftungen beabsichtigen, die Ausgaben weiterhin auf dem gleichen Niveau zu halten, heißt es in der im November veranstalteten Befragung der Mitglieder.

Wie sehen sie aus ihrer Sicht die Arbeit und Finanzierung der Stiftungen? Haben Sie dazu Erfahrungen machen können? Wir freuen uns auf Ihren Kommentar.