Hände halten Buchstaben in die Höhe, die das Wort Diabetes ergeben
Gesundheit

Welt-Diabetes-Tag

Heute, am 14. November, ist Welt-Diabetes-Tag, der zweite offizielle Tag (neben dem Welt-Aids-Tag) der UN (Vereinten Nationen), der einer Krankheit gewidmet ist.  Betrachtet man, dass rund sechs Millionen Deutsche unter Diabetes leiden, also gut ein Drittel mehr als noch vor 15 Jahren, erscheint es wichtiger denn je einen etwas genaueren Blick auf das Thema Diabetes zu werfen. Der Hauptgrund für den dramatischen Anstieg ist die zunehmende Fettleibigkeit in der Bevölkerung. Dementsprechend geht es thematisch beim Welt-Diabetes-Tag 2014l um das Thema Essen und Ernährung im Zusammenhang mit Diabetes.

Aber was ist Diabetes mellitus eigentlich?

Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der es sich um eine Störung des Zuckerstoffwechsels (Glucosestoffwechsel) handelt. Es kommt zu einer gestörten Insulinfreisetzung (Insulinmangel) und/oder einer verminderten Insulinwirkung (Insulinresistenz).  Beides führt zu einer Überzuckerung des Blutes.

Und was ist Insulin?

Insulin ist ein Hormon, welches in den ß-Zellen der Langerhans’schen Inseln der Bauchspeicheldrüse gebildet wird, wenn der Zuckerspiegel im Blut durch kohlenhydrathaltige Mahlzeiten steigt. Durch Insulin wird die Aufnahme von Zucker in die Körperzellen ermöglicht und so dem Körper die notwendige Energie zur Verfügung gestellt. Zusätzlich wird durch das Hormon die Speicherung von Zucker in den Zellen angeregt. Bei Menschen mit Diabetes mellitus ist diese Funktion gestört oder nicht mehr vorhanden.

Welche Diabetes-Typen gibt es?

Diabetes wird in zwei unterschiedliche Typen unterteilt.

Typ-1-Diabetes, früher auch jugendlicher Diabetes genannt, tritt meist bei Kindern und Jugendlichen unter 20 Jahren aber auch bei Erwachsenen auf.Ihm liegt eine Fehlsteuerung des Immunsystems zugrunde, bei der die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört werden. In diesem Fall muss dem Körper Insulin in Form von Spritzen zugeführt werden.

Typ-2-Diabetes betraf früher meistens ältere Menschen und wurde daher auch als Altersdiabetes bezeichnet. Immer häufiger sind aber, durch eine Veränderung des Lebensstils und falsche Ernährung, auch jüngere Menschen betroffen.Bei dieser Diabetesform handelt es sich um eine Insulinresistenz, das heißt die Bauchspeicheldrüse produziert zwar noch Insulin, die Körperzellen reagieren jedoch nicht mehr auf das Hormon, so dass der Zucker nicht mehr in ausreichender Menge in die Körperzellen gelangen kann. Mit Hilfe von Medikamenten kann diese Funktion wieder hergestellt werden.

Wie erkenne ich wenn meine Bauchspeicheldrüse nicht mehr ausreichend Insulin produziert?

Diabetes Typ-1 ist eine schnell fortschreitende Erkrankung. Die insulinproduzierenden Zellen werden innerhalb weniger Monate vollständig zerstört. Wer an Typ-1 Diabetes erkrankt verliert meist stark an Gewicht, leidet unter Leistungsminderung und rascher Ermüdbarkeit, sowie starkem Durst und häufigem Wasserlassen. Dadurch wird die Erkrankung häufig schnell erkannt.

Diabetes Typ-2 ist eine langsam fortschreitende Erkrankung. Da die Körperzellen nicht mehr ausreichend auf das Insulin reagieren, wird übermäßige viel Insulin produziert, damit noch genug Zucker in die Zellen gelangt. Das kann jahrelang funktionieren, aber irgendwann ist die Bauchspeicheldrüse dazu nicht mehr in der Lage. Die Betroffenen fühlen sich müde und abgeschlagen. Die Symptome wie sie auch beim Typ-1 auftreten entwickeln sich durch den langsamen Verlauf nicht so dramatisch. Ein Typ-2 Diabetes wird deshalb häufig erst sehr spät erkannt.

Was ist wenn mein Diabetes erst spät erkannt wird?

Wenn die Körperzellen aufgrund des Insulinmangels oder der Insulinresistenz keinen oder kaum noch Zucker aus dem Blut aufnehmen können, ist der Zuckerspiegel im Blut erhöht. Jetzt steigt der Glukoseanteil im Urin. Als Folge wird mehr Wasser über den Harn ausgeschieden, was zu starkem Durst führt. Wird der erhöhte Flüssigkeitsverlust nicht ausreichend ersetzt, kommt es zu einer Dehydratation (Abnahme des Körperwassers) und als Folge zur Austrocknung.

Eine weitere Folge durch den zu hohen Blutzuckerspiegel kann das diabetische Koma sein. Eine Notfallsituation durch eine komplexe Stoffwechselentgleisung mit komatösem Zustand ohne Bewusstsein. Wird nicht schnellstmöglich gehandelt, kann dies den Tod zur Folge habe.

Neben diesen akuten, lebensbedrohlichen Folgen entwickeln sich bei einem Diabetes auch Langzeitschäden an den großen und kleinen Blutgefäße oder den Nerven.

Dazu gehören z. B.:

  •           Bluthochdruck
  •           Durchblutungsstörungen
  •           Augenkrankheiten
  •           Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt
  •           Nierenschädigung bis hin zur Dialyse
  •           Empfindungsstörungen
  •           Taubheitsgefühle
  •           Geschwüre z. B. an den Füßen bis hin zur Amputation
  •           Hautveränderungen
  •           Parodontose

Gehen sie regelmäßig zu ihrem Arzt und lassen ihren Blutzuckerwert messen. Mit einem Diabetes der rechtzeitig erkannt und gut therapiert wird, lässt sich fast uneingeschränkt leben und Folgeerkrankungen kann rechtzeitig vorgebeugt werden.

Mehr zum Thema Diabetes auch auf der Webseite von DocMorris.