Pusteblume
Gesundheit

Was ist eigentlich eine Allergie?

Die Nase juckt, die Augen tränen oder die Haut rötet sich. Viele ahnen, dass eine Allergie im Anmarsch ist, doch wissen im ersten Moment nicht, warum und auf was sie eigentlich allergisch reagieren. 

Entstehung

Stoffe aus unserer Umwelt werden eingeatmet oder gelangen über die Nahrung, aber auch über die Haut in unseren Körper. Richtigerweise erkennt unser Körper sie als fremd. In manchen Fällen, wie bei einer Allergie, stuft er sie als gefährlich ein, obwohl sie gar keine Gefahr für die Gesundheit darstellen. Aufgrund dieser Fehleinschätzung produziert der Körper Abwehrsubstanzen, die Antikörper genannt werden. Diese markieren die eingedrungenen Stoffe als gefährlich, damit sie von den Abwehrkräften gezielt angegriffen werden können. Beim ersten Kontakt wird lediglich die Einstufung der Substanz als gefährlich, als „allergen“, vorgenommen. Äußerlich nehmen wir von diesen Abläufen in unserem Körper jedoch noch nichts wahr. Das heißt, es kribbelt nicht in der Nase und auch die Haut juckt nicht.

Das sieht beim zweiten Kontakt anders aus: Dann nämlich koppeln sich die Antikörper an das Allergen an und sorgen für eine Produktion von bestimmten Botenstoffen. Diese Botenstoffe übermitteln den Zellen der Schleimhäute (quasi als Überbringer einer Nachricht) beispielsweise, dass sie Flüssigkeit produzieren sollen, um die Fremdkörper wegzuspülen.

Diagnose

Die Diagnose von Allergien gleicht einer Detektivarbeit. Doch dank Informationen über Zeitpu Stärke der Beschwerden, die Ess- und Trinkgewohnheiten, in der Familie bekannte Allergien aber auch über den Umgang mit Tieren erhält der Arzt einen ersten Hinweis auf die Allergie und deren Auslöser. Weitere Informationen werden dann mit einem Hauttest ermittelt, der die Allergene berücksichtigt, die zu der Krankheitsgeschichte passen. Diese Ergebnisse können in Zweifelsfällen noch durch Bluttests überprüft werden.

Wer ist besonders gefährdet?

Manche Personengruppen sind allergiegefährdeter als andere: So haben z. B. Kinder von Allergie betroffenen Eltern ein höheres Allergierisiko als die Normalbevölkerung. Es gibt auch Studien, die belegen, dass Säuglinge, die innerhalb der ersten vier Lebensmonate voll gestillt werden, ein geringeres Allergierisiko haben als mit Flaschennahrung ernährte Babys.

  • Hat das kindliche Immunsystem grundsätzlich schon früh vielfachen Kontakt zu Viren und Bakterien, reagiert es später weniger wahllos mit einer überschießenden Abwehrreaktion. Trainieren Sie deshalb das Immunsystem Ihres Kindes frühzeitig und schützen Sie es nicht übermäßig vor jeder noch so kleinen Erkrankung.
  • Rauchen, und dabei vor allem Passivrauchen, erhöht sowohl bei Kindern als auch Erwachsenen das Allergierisiko. 

Behandlung

Neben der Bekämpfung der Ursachen können Sie auch die Beschwerden mildern. Den Beschwerden bieten Wirkstoffe Einhalt, die den Kreislauf der Botenstoffe im Körper unterbinden.

  • Dies kann bei der Freisetzung des Allergie-Botenstoffes Histamin geschehen. Sogenannte Mastzellenstabilisatoren sorgen beispielsweise dafür, dass der Botenstoff erst gar nicht ausgeschüttet wird.
  • Daneben kann man die Andockstationen der Botenstoffe an den Zellen blockieren. Diese als Antihistaminika bekannten Arzneistoffe gibt es als Tabletten, Salben oder Augen- und Nasentropfen rezeptfrei in der Apotheke.
  • Wenn über Jahre hinweg das Allergen in langsam zunehmender Menge vom Arzt in die Haut gespritzt wird, kann die Reaktion des Abwehrsystems erlahmen. Mit dieser als Hyposensibilisierung bezeichneten Methode, wird Ihr Körper weniger empfindlich gegen das Allergen.

Heute weiß man, dass sich bei 30–40 Prozent der Allergiker die Allergie, die ursprünglich nur auf Augen und Nase begrenzt war, langsam auf die Bronchien ausdehnt und sich in der Folge asthmatische Beschwerden entwickeln, wenn die Allergie nicht behandelt wird. Dieses Phänomen bezeichnet man als Etageneffekt. Suchen Sie deshalb frühzeitig einen Allergologen auf und besprechen Sie mit ihm Ihre Behandlung.