Hände, die ineinander gelegt sind
Gesundheit

Wenn das Zittern zur Krankheit wird

Es ist eine Krankheit, die in der Gesellschaft noch lange nicht angekommen ist, obwohl immer mehr Menschen darunter leiden. Die Rede ist von Parkinson. Nicht jedes Zittern bedeutet gleich diese Krankheit zu haben, aber umgekehrt ist es auch keine Krankheit, die nur die Ältesten der Gesellschaft bekommen. Anlässlich des heutigen Weltparkinsontages wollen wir uns dieser Krankheit widmen.

Vielleicht haben Sie schon das ein oder andere über Parkinson gehört oder gelesen. Wurden Sie dabei mit einer Vielfalt an Begriffen konfrontiert, die Sie alle gar nicht einordnen können? Der Grund dafür liegt auf der Hand: Eine Reihe von Erkrankungen haben ähnliche Symptome aber andere Ursachen und bedürfen somit auch einer anderen Therapie.

Der „echte Parkinson“ wird in der Fachsprache auch wie folgt bezeichnet:

  • Idiopathisches Parkinson-Syndrom (idiopathisch bedeutet ohne Ursache)
  • primäres Parkinson-Syndrom

Was ist Parkinson?

Die Erkrankung Parkinson, auch Morbus Parkinson oder Idiopathisches Parkinson Syndrom genannt, ist eine chronische neurodegenerative Erkrankung (Verfall des Nervensystems) des Gehirns, die zu Störungen der Körperbewegungen führt. Im Volksmund wird diese Erkrankung, durch seine häufig auftretenden zittrigen Bewegungen, auch als „Schüttellähmung“ bezeichnet. Die Erkrankung ist nicht heilbar, aber verschiedene Medikamente ermöglichen den Betroffenen oft für viele Jahre ein weitgehend beschwerdefreies Leben.

Was passiert im Gehirn?

In einer bestimmten Region im Gehirn, in den so genannten Basalganglien, kommt es zu einem fortschreitenden Absterben der Gehirnzellen. Diese Nervenzellen nennt man Substantia nigra (der Name kommt durch die auffallend dunkle Färbung). Sie produzieren den Botenstoff (Neurotransmitter) Dopamin, der für die Reizübertragung in den Nervenendigungen der Zellen verantwortlich ist und damit für den flüssigen Ablauf von Bewegungen sorgt. Durch das Absterben der Dopamin-produzierenden Zellen kommt es zu einem Dopaminmangel und in der Folge zu dem typischen Bewegungsmangel.

Durch den Dopaminmangel gerät auch das empfindliche Gleichgewicht der Botenstoffe aus der Balance. Beispielsweise entsteht ein Übergewicht des Botenstoffes Acetylcholin. Dies ist vermutlich für die typischen Symptome Zittern und Muskelsteifheit verantwortlich. Der Körper ist lange Zeit in der Lage den Dopaminmangel zu kompensieren. Der Krankheitsverlauf ist individuell sehr verschieden. Bei manchen Menschen ist die Erkrankung rasch fortschreitend, mit großen Einschränkungen, andere haben über viele Jahre kaum Einschränkungen. Die erkennbaren Symptome des Morbus Parkinson treten erst auf, wenn etwa 60% der Dopamin-produzierenden Nervenzellen abgestorben sind.

Wer kann an Morbus Parkinson erkranken?

Meistens betrifft es Menschen zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr. Etwa 10% der Patienten sind bei Diagnosestellung jünger als 40 Jahre. Die Erkrankung kann Personen aus allen Kulturen, Gesellschaftsschichten und in den unterschiedlichsten wirtschaftlichen Situationen betreffen.

Welche Symptome treten beim Idiopathischen Parkinson Syndrom auf?

Man unterscheidet typische Parkinson-Symptome, Parkinson Begleitsymptome und Frühsymptome.

Die typischen Parkinson-Symptome, auch Kardinalsymptome genannt, sind motorische Symptome:

Bewegungsverlangsamung  (Bradykinese bis hin zur Bewegungsstarre, sog. Akinese)

  • auffallend langsames Gehen in kleinen Schritten und das verzögerte Einleiten einer Bewegung
  • der Gang wird im Verlauf schlurfend und nach vorne gebeugt
  • hinsetzen und aufstehen ist nur unter Anstrengung möglich
  • plötzliche Blockaden der Bewegungen, die Betroffenen erstarren scheinbar, daher auch „Freezing“ genannt
  • das Gesicht wirkt wie eine starre Maske 
  • leises monotones Sprechen
  • Schluckstörungen verbunden mit Schwierigkeiten bei der Tabletteneinnahme, Mangelernährung, Austrocknung und Lungenentzündung durch häufiges verschlucken
  • Erhöhter Speichelfluss. Tatsächlich ist der Speichelfluss nicht erhöht, es entsteht nur das Gefühl, durch eine vorhandene Schluckstörung 
  • Störungen der Feinmotorik, was besonders beim Schreiben deutlich wird. Aber auch Kämmen, Zähneputzen oder das Zuknöpfen einer Hose fällt mit der Zeit immer schwerer.

Muskelsteifheit (Rigor)

  • Die Muskeln sind dauerhaft, also auch in Ruhe, angespannt. Es handelt sich aber nicht um eine Lähmung, auch bleibt die Muskelkraft erhalten. Versucht man beispielsweise den Arm des Patienten zu strecken, setzt ihm die Muskelsteifigkeit einen vom Patienten nicht kontrollierbaren Widerstand entgegen und der Arm lässt sich nur ein kleines bisschen und ruckartig bewegen. Die Folge der erhöhten Muskelspannung sind Schmerzen, vor allem im Schulter- und Nackenbereich.

Zittern in Ruhe (Ruhetremor)

  • Zittern an Armen und Beinen in Ruhesituationen, das bedeutet das Zittern verschwindet in der Bewegung wieder. Das Zittern in Ruhe ist charakteristisch bei Parkinson. Im Gegensatz zu anderen Erkrankungen bei denen ein Tremor häufig durch eine Bewegung ausgelöst wird.
  • Unter Stress nimmt der Tremor zu

Mangelnde Stabilität der aufrechten Körperhaltung (Posturale Instabilität)

  • Gebückte Haltung mit herunterhängenden Schultern
  • Die Stell- und Haltereflexe, die unbewusst und unwillkürlich unsere Korrekturbewegungen steuern, damit wir unseren Körper beim Stehen und Gehen ausbalancieren können, sind gestört. Für Betroffene ist eine stabile Körperhaltung mühsam und plötzliche, unvorhergesehene Bewegungen können nicht mehr so problemlos aufgefangen werden. Den Betroffenen fällt es schwer schnell loszugehen oder abzubremsen. Das Risiko für Stürze ist erhöht.

Häufig werden diese Symptome von Angehörigen früher erkannt als von den Betroffenen selbst. Sie entwickeln sich schleichend, meist einseitig, breiten sich später auch auf die andere Seite aus und nehmen im Laufe der Zeit weiter zu. Auch sind sie bei jedem Patienten unterschiedlich stark ausgeprägt.

Parkinson Begleitsymptome (Nicht-Motorische Symptome)

  • Eine Depression tritt bei jedem 2. Patienten auf.
  • Immer weiter abnehmende intellektuelle Leistungsfähigkeit bis hin zur Demenz.
  • Schlafstörungen durch den Bewegungsmangel oder durch zum Teil heftige Körperbewegungen, ausgelöst durch eine REM-Schlaf-Verhaltensstörung (d. h. geträumte Bewegungen werden zum Teil ausgeführt)
  • Veränderungen der Stimme, monotoner und leiser oder hört sich heiser an
  • Salbengesicht: Die Haut im Gesicht ist fettig und glänzt, durch eine übermäßige Talgproduktion.
  • Inkontinenz oder Harnverhalten (Probleme Wasser zu lassen) durch eine beeinträchtigte Kontrolle der Blasenfunktion.
  • Verstopfung durch Darmträgheit
  • Potenzproblem: Diese können durch die Krankheit oder die Medikamente ausgelöst werden.

Alle Begleitsymptome können ihre Ursache aber auch in anderen Erkrankungen haben.

Schon Jahre vor dem Ausbrechen der typischen Parkinson-Symptome können andere Anzeichen auftreten. Diese Frühsymptome sind allerdings sehr unspezifisch. Sie werden als solche kaum erkannt und häufig als Anzeichen für den Alterungsprozess angesehen oder erinnern an rheumatische Erkrankungen.
Es besteht aber zunächst kein Grund zur Sorge, wenn sie solche Symptome entdecken. Es gibt zahlreiche harmlosere Erklärungen für diese Symptome. Auch führt es momentan nicht zu einer besseren Prognose, wenn man Morbus Parkinson möglichst früh erkennt.

Frühe Anzeichen können sein:

  • Schmerzen in Muskeln und Gelenken, häufig im Nacken oder Schulter-Arm Bereich
  • Fehlendes Mitschwingen der Arme bei Gehen
  • Verminderung oder kompletter Ausfall des Geruchssinns
  • Schweißausbrüche
  • Verstopfung
  • innere Unruhe
  • Persönlichkeitsveränderungen (gesellschaftlicher Rückzug, Perfektionismus und zwanghaftes Verhalten), sowie depressive Verstimmungen
  • Probleme bei feinmotorischen Tätigkeiten (zum Beispiel beim Knöpfe schließen, Zähneputzen, Schreiben, etc.)
  • Schlafstörungen

Wie erkenne ich, ob ich an Parkinson erkrankt bin?

Wenn sie bei sich oder einem Angehörigen die typischen, begleitenden oder Frühsymptome bemerken, lassen sie diese durch einen Arzt abklären. Für ihn ist die Diagnose relativ leicht, wenn die Krankheit weiter fortgeschritten ist. Da die Frühsymptome und Begleitsymptome sehr unspezifisch sind, werden sie häufig dem allgemeinen Älterwerden zugeschrieben. Dann kann es auch für den Arzt schwierig sein Parkinson zu diagnostizieren. Aber Angst und Unsicherheit sind häufig unberechtigt, da diese Anzeichen auch zahlreiche andere Ursachen haben können.

Welche Methoden wendet der Arzt zur Parkinson-Diagnose an?

Der richtige Ansprechpartner bei Verdacht auf Parkinson ist ein Facharzt für Neurologie.

  1. Als erstes wird er Sie über ihre Krankengeschichte und Ihre Beschwerden befragen. Hilfreich können hier auch Hinweise von Angehörigen sein.
  2. Danach wird er eine körperliche und neurologische Untersuchung durchführen. Vor allem ob die typischen Hauptsymptome der Parkinson-Erkrankung vorliegen. Z. B. das Zittern in Ruhe, er schaut sich Ihr Gangbild an, überprüft die Beweglichkeit ihrer Gelenke und überprüft ihre Körperhaltung.
  3. Zur Sicherung der Diagnose, aber vor allem um andere Gründe für die Symptome auszuschließen, stehen ihm weiter Untersuchungen zur Verfügung:
    L-Dopa Test: Die Bewegungsstörungen bei Parkinson entstehen maßgeblich durch einen Dopaminmangel. Wenn sie die Symptome bei der Einnahme von L-Dopa bessern ist die Diagnose Parkinson sehr wahrscheinlich.
    Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT): Mit ihnen können sichtbare Veränderungen des Gehirns dargestellt werden, um andere Ursachen, wie einen Schlaganfall oder Hirntumore, auszuschließen.
    Spezielle Verfahren zur Parkinson-Früherkennung machen es möglich das Ausmaß des Zellverlustes in der Substantia Nigra zu beurteilen und so Störungen im Dopaminstoffwechsel des Gehirns nachzuweisen.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es bei der Diagnose Morbus Parkinson?

Jeder Patient benötigt eine individuell angepasste Behandlungsstrategie, da die Krankheitsbeschwerden variieren und eine Anpassung der Therapie, mit zunehmendem Fortschreiten. Zu berücksichtigen sind seine medizinische Vorgeschichte, das Alter, der Alltag, weitere Medikamente und individuelle Beschwerden. Eine frühzeitige individuelle Behandlung ist sinnvoll, so können sie

  • die motorischen, geistigen und psychischen Beschwerden lindern
  • die Lebensqualität und Selbstständigkeit im täglichen Leben langfristig erhalten
  • Pflegebedürftigkeit hinauszuzögern
  • die Berufsfähigkeit länger erhalten
  • Begleiterkrankungen und Komplikationen vermeiden
  • Nebenwirkungen gering halten

Es stehen folgende Therapiemöglichkeiten zur Verfügung:

  • medikamentöse Therapie
  • tiefe Hirnstimulation

Zum Gesamtkonzept der individuellen Behandlungsstrategie gehören auch:

  • Physiotherapie
  • Logopädie
  • Ergotherapie

Medikamentöse Therapie

Es stehen Medikamente zur Verfügung, um den Botenstoff Dopamin zu ersetzen, das sogenannte Levodopa (L-Dopa) oder Dopamin-Agonisten. Andere können den Abbau des ausgeschütteten Dopamins unterbinden, indem sie die Dopamin abbauenden Enzyme (Monoaminooxidase B und Catecholamin-O-Aminotransferase) blockieren. Solche Medikamente sind die sogenannten MAO-B-Hemmer oder COMT-Hemmer. Beide Mechanismen gleichen den Dopaminmangel aus und beheben so weitgehend die typischen Parkinson-Beschwerden.

Auch spielen Anticholinergika und Glutamatantagonisten bei der Parkinsontherapie eine Rolle. Sie hemmen die Wirkung der Botenstoffe Acetylcholin und Glutamat und gleichen so den Überschuss der Botenstoffe aus, der durch den Dopaminmangel entstanden ist. 

Insgesamt kann die Lebenserwartung und die Lebensqualität durch die Medikamente enorm gesteigert werden. Dafür ist aber auch wichtig, dass der Krankheitsverlauf immer im Auge behalten und die Therapie entsprechend angepasst wird.

L-Dopa
Es wird vor allem bei älteren Menschen (>70 Jahre) eingesetzt. Es ist zwar das wirksamste und nebenwirkungsärmste Parkinsonmedikament, aber es verliert nach einigen Jahren seine Wirkung. Dies führt zu sogenannten Wirkungsfluktuationen. Das bedeutet es kommt im Laufe des Tages zu Phasen von Überbeweglichkeit und Bewegungsverlangsamung mit Unbeweglichkeit, die zum Teil sehr schnell aufeinander folgen.
Obwohl die Wirkung abnimmt, nehmen die Nebenwirkungen zu. Es kommt zu Verwirrtheitszuständen, Herz-Kreislauf-Störungen und Schlafstörungen.

Dopamin-Agonisten
Für jüngere Patienten sinnvoll, da diese in ihrer Wirkung im Laufe der Jahre nicht abnehmen und das Risiko für spätere Bewegungsstörungen deutlich geringer ist, als bei L-Dopa. Häufig kommt es aber zu Nebenwirkungen, wie Übelkeit, Bauchschmerzen und Müdigkeit, was vor allem bei der Teilnahme im Straßenverkehr zu berücksichtigen ist.

MAO-B-Hemmer
Sie wirken schwächer als L-Dopa oder Dopamin-Agonisten und werden daher nur bei milden Parkinson Symptomen im Frühstadium eingesetzt.

COMT-Hemmer
Sie werden mit L-Dopa kombiniert, weil sie den Abbau von Dopamin und L-Dopa verhindern und weil sie die Wirkungsschwankungen (Fluktuationen) unter der L-Dopa Therapie reduzieren. Dies macht sie zu Medikamenten die im fortgeschrittenen Erkrankungsstadium, mit schweren Symptomen, zum Einsatz kommen.

Anticholinergika
Vor allem für jüngere Patienten, da ältere Menschen Anticholinergika in der Regel weniger gut vertragen.

Glutamatantagonisten
Sie werden bei milden Symptomen eingesetzt oder in Kombination mit L-Dopa im fortgeschrittenen Stadium, da sie schwächer wirken als L-Dopa.

Auch wenn die Medikamente sehr wirkungsvoll sind, können sie das Absterben der Nervenzellen jedoch nicht verhindern und somit das Voranschreiten der Erkrankung auch nicht aufhalten.
Bei milden Parkinson-Symptomen, die die Lebensqualität noch nicht einschränken, ist unter Umständen zunächst keine medikamentöse Therapie notwendig, da die Medikamente auch keinen Einfluss darauf haben, wie schnell die Erkrankung voranschreitet.

Tiefe Hirnstimulation
In bestimmten Arealen im Gehirn werden Elektroden implantiert. Sie stimulieren oder hemmen dort die Nervenzellen. Die motorischen Hauptsymptome der Parkinson-Erkrankung können so gemildert werden. Da sie einem Herzschrittmacher ähnelt, wird sie auch als Hirnschrittmacher bezeichnet. Per Fernbedienung lässt sich die Frequenz justieren, so kann die Therapie gesteuert werden.

Physiotherapie
Eine Physiotherapie als Ergänzung ist immer ratsam.
Nicht nur ihre Bewegungen können verändert sein, sondern auch der Bewegungssinn. Oft ist es möglich die Bewegungen korrekt auszuführen, wenn man sich darauf konzentriert. Eine Bewegungstherapie kann daher nicht früh genug begonnen werden.

Training und Medikamente sind immer als Ergänzung zu sehen.
Treiben sie regelmäßig Sport. Empfehlenswert sind Wandern, Schwimmen und Gymnastik. Bewegungsmangel führt zur Rückbildung der Muskeln, sowie zu Versteifungen in den Gelenken. Bewegung ist wichtig für die Herz-, Kreislauf- und Nierenfunktion und die Gefahr einer Darmträgheit ist reduziert. Auch hebt Bewegung die Stimmungslage. Spezielle körperliche Einschränkungen sollten gezielt krankengymnastisch behandelt werden.
Nutzen sie die Möglichkeiten voll aus, ihrem Krankheitsverlauf aktiv und wirksam entgegenzutreten.

Logopädie
Eine frühzeitige Behandlung der Stimm- und Sprechstörungen ist notwendig, um die Kommunikationsfähigkeit des Patienten und damit seine sozialen Kontakte zu erhalten.

Ergotherapie
Tätigkeiten zur Verbesserung der Motorik, dazu gehören auch der Umgang mit Alltagsgegenständen. Zur Ergotherapie gehört auch ein Hirnleistungstraining.

Was kann ich selbst tun, um trotz Parkinson möglichst beschwerdefrei zu leben?

Sie sind hier und informieren sich, das ist ein erster wichtiger Schritt. Setzen Sie sich mit der Erkrankung auseinander, oft ist es nämlich die Angst vor dem Ungewissen, die sehr belastend ist. Gerade im Frühstadium, wo Medikamente oft noch nicht sinnvoll sind, können Sie aber schon eine Menge machen.

  • Gehen Sie offen mit Ihrer Erkrankung um. Setzen Sie sich nicht unnötig unter Druck, indem Sie versuchen die Symptome zu unterdrücken.
  • Entscheiden Sie selbst, ob beispielsweise eine Parkinson Selbsthilfegruppe für Sie in Frage kommt oder Sie Unterstützung durch Angehörige gerne in Anspruch nehmen möchten.
  • Bleiben Sie körperlich aktiv. Fitness in Form von Physiotherapie, Ergotherapie und leichter Ausdauersport bewahren einen guten Gesundheitszustand.
  • Häufig essen und trinken Menschen die an Parkinson leiden zu wenig. Das hat verschiedene Gründe. Sie fühlen sich zu ungeschickt und zu langsam, leiden an Schluckstörungen oder unter begleitender Darmträgheit bzw. Inkontinenz. Daher achten Sie auf ihre Ernährung.
  • Sprechen Sie offen mit ihrem Arzt, vor allem auch über Begleitsymptome die bei Ihnen auftreten. Er kann Ihnen auch hier hilfreiche Tipps geben und bei Bedarf spezielle Medikamente verordnen.

 Parkinsonähnliche Erkrankungen

Mit Ihren parkinsonähnlichen Symptomen werden Sie in symptomatisches Parkinson-Syndrom und Atypisches Parkinson-Syndrom unterteilt.

Während bei echtem Parkinson keine Ursache ermittelt werden kann, findet man beim symptomatischen Parkinson-Syndrom, auch sekundäres Parkinson-Syndrom genannt, eine eindeutige Ursache.Auslöser sind:

  • Medikamente: Beispielsweise antipsychotische Medikamente, die die Produktion des Botenstoffes Dopamin hemmen. Nach Absetzen der Medikamente verschwinden die parkinsonähnlichen Beschwerden wieder.
  • Erbkrankheiten: Morbus Wilson ist eine Kupferspeicherkrankheit. Es kommt zu Schädigungen der Nervenzellen im Gehirn.
  • Vergiftungen: Z. B. mit Mangan oder Kohlenmonoxid kommt es zu Bewegungsstörungen.
  • Andere Erkrankungen: Z. B. Gehirntumore, Schädigung der Gefäße im Gehirn (Vaskuläres Parkinson Syndrom), Vermehrte Ansammlung von Flüssigkeit im Gehirn (Normaldruck Hydrozephalus), Entzündungen im Gehirn, viele kleine Schlaganfälle, Depressionen, Stoffwechselerkrankungen.

Andere Erkrankungen bei denen ebenfalls Nervenzellen im Gehirn absterben bezeichnet man als Atypisches Parkinson-Syndrom. Zu den parkinsonähnlichen Symptomen kommen noch andere Beschwerden hinzu. Auch das bei der echten Parkinson Krankheit sehr gut wirksame Medikament L-Dopa wirkt hier fast nicht oder überhaupt nicht.