Abraham Dzidonu
DocMorris

„Menschen helfen, die sich nicht selbst helfen können“

„Gemeinnütziges Engagement war für mich schon immer wichtig. In Ghana gab und gibt es so viel Armut. Früher, während meiner Studienzeit, da hatte ich bei jedem Flug nach Hause alte Brillen im Gepäck. Die hatte meine Schwiegermutter – sie ist auch Apothekerin – gesammelt. Und ich durfte die Brillen dann in meinem Heimatort verteilen. Die Freude und Dankbarkeit der Menschen zu sehen, das ist für mich die treibende Kraft. Darum versuche ich denen zu helfen, die sich nicht selbst helfen können, “ sagt Abraham Dzidonu, Apotheker bei DocMorris. Deswegen engagiert er sich seit 2009 bei „Apothekern ohne Grenzen“.

Die Hilfsorganisation wurde im Jahr 2000 in Deutschland gegründet. Neben lagfristigen Hilfsprojekten sind Mitglieder des Vereins seither weltweit in Notfalleinsätzen tätig, beispielsweise 2001 nach dem Erdbeben in Indien, nach dem Tsunami im Dezember 2004 in Sri Lanka oder ganz aktuell nach dem Taifun Haiyan auf den Philippinen.

Abraham Dzidonu arbeitet seit 7 Jahren als Apotheker für DocMorris. Nach Deutschland kam der geborene Ghanaer 1992, um in Mainz Pharmazie zu studieren. Zuvor hatte er in seinem Heimatland bereits ein Chemiestudium absolviert. Erste Berufserfahrungen als Apotheker sammelte er in einer Stationärapotheke in England. „Englisch ist ja eine meiner beiden Muttersprachen und die offizielle Hauptsprache in Ghana. Von daher bot es sich an, in England zu arbeiten.“ Auch für eine deutschen Apotheke war Abraham schon tätig. Aber bei DocMorris gefällt es ihm besser. „In einer herkömmliche Apotheke hat man als angestellter Apotheker fast nur eine Aufgabe: Abgeben, abgeben, abgeben … Das war mir auf Dauer zu eintönig. Bei DocMorris kann ich viel mehr tun. Besonders viel Spaß macht mir meine Arbeit als Ausbilder in der Academy oder die Organisation der Pharma-Schulungen für unsere PTA. Ich empfinde es als großes Glück, hier sein zu können, und freue mich jeden Tag auf die Arbeit.“

Nichts für Abenteurer

Abraham hofft darauf, dass er einmal an einem Auslandseinsatz von „Apothekern ohne Grenzen“ teilnehmen kann. 2011 hat er deshalb eine Schulung seines Vereins besucht. „Wir haben in der Nähe von München eine Art Überlebenstraining absolviert. Mit Zelten, bei schlechtem Wetter … das war schon rein körperlich eine Herausforderung. In Rollenspielen wurden typische Situationen trainiert, zu denen es bei Hilfseinsätzen kommt. Denn das Aufeinandertreffen von Sprachen und Kulturen führt auch zu schwierigen Situationen. Auch wenn man es noch so gut meint, nicht immer kommt das vor Ort auch gut an. Außerdem muss man viel wissen, zum Beispiel über Zollbestimmungen und gesellschaftliche No Gos. Wir haben viele Erfahrungsberichte von Auslandseinsätzen gehört. Das alles hat uns bewusst gemacht, was für eine Herausforderung so ein Kriseneinsatz ist. Mit Abenteuer hat das nichts zu tun. Man muss sich wirklich auf Herz und Nieren selbst prüfen: Bin ich wirklich dafür geeignet? So ein Einsatz bringt nämlich sehr intensive Erfahrungen mit sich.“

Abraham hat das Vorbereitungsseminar für den Auslandseinsatz abgeschlossen. Es ist weiterhin sein Ziel, an einem Auslandseinsatz teilzunehmen, wenn sich ein Möglichkeit bietet. „Aber Selbstverwirklichung darf da nicht an erster Stelle stehen. Wenn man der Aufgabe vor Ort nicht gewachsen ist, nutzt man niemandem. Aber ich hoffe, dass ich einmal in einem Land, dessen Sprache ich spreche, bei einem unserer längerfristigen Projekte helfen kann. Es gibt ja nicht nur die akuten Kriseneinsätze. Unser Verein schult Apotheker und andere Mitarbeiter, wir informieren über die richtige Lagerung, Abgabe und Entsorgung von Medikamenten, wir bauen Infrastruktur auf, helfen beim aufbau von Gesundheitszentren. Die Maßnahmen sind sehr vielfältig und jeder, der helfen will, findet eine Aufgabe, für die er geeignet ist.“

Hilfe und Spenden herzlich willkommen

Im Moment engagiert sich Abraham für die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins. Im vergangenen Jahr hat er einen Teil seines Urlaubs damit verbracht, um Spenden und um neue Mitglieder für „Apotheker ohne Grenzen“ zu werben. Denn natürlich lebt der Verein von vielfältiger Unterstützung: „Bei uns kann jedermann Mitglied werden: vom Apotheker bis zum pharmazeutisch-technischen Assistenten, vom Arzt bis hin zum Laien. Wir freuen uns über jede Spende und jede Unterstützung,“ sagt Abraham Dzidonu abschließend.

Interessierte können sich unter www.apotheker-ohne-grenzen.de informieren, spenden und Mitglied werden.