Ein Mann atmet tief durch
Körper und Seele

Warum gerade bei Asthma Beratung so wichtig ist

In Deutschland sterben nach Angaben des Robert Koch Instituts pro Jahr mehrere tausend Patienten an Asthma. Damit ist die Sterberate zwar verglichen mit anderen chronischen Erkrankungen als niedrig einzustufen – nach Ansicht vieler Experten ist sie aber immer noch zu hoch. Warum ist das so? Wir nehmen den Weltasthmatag zum Anlass, der Frage nachzugehen.

Asthma ist eine chronische Erkrankung der Atemwege. Sie ist weit verbreitet und im Zunehmen begriffen. In schweren Fällen kann Asthma das Leben der Betroffenen stark beeinflussen. Unkontrollierbarer Husten und anfallartige Atemnot bis hin zur Gefahr des Erstickens sind dann die typischen, quälenden Symptome. Asthma ist nicht wirklich heilbar. Aber es gibt heute sehr wirkungsvolle medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten. Sie erlauben es in vielen Fällen, die Krankheit so zu kontrollieren, dass die Patienten dauerhaft beschwerdefrei sind oder nur geringe Beschwerden haben. Auch die in den 60er Jahren noch sehr hohe Sterberate ist heute stark gesunken. Aber – so die Meinung vieler Fachleute – es gibt noch immer eine groß Zahl von Asthma-Patienten, deren Lebensqualität weniger gut ist, als sie es in Anbetracht der modernen Therapiemöglichkeiten sein könnte. 

Therapien werden nicht konsequent genug durchgeführt

Ein Grund dafür liegt offenbar im Verhalten der Betroffenen selbst: Wie zahlreiche Studien zeigen, halten sich nur etwa 50 Prozent der Asthma-Patienten konsequent an die Empfehlungen ihres Arztes. In vielen Fällen werden die verordneten Medikamente nicht oder viel zu selten angewendet. 

Grund dafür kann schlichtes Vergessen sein, gerade wenn der Patient keine akuten Beschwerden hat. Aber auch tiefergehende Ursachen spielen oft eine Rolle, zum Beispiel Angst vor Nebenwirkungen oder die Komplexität der Therapie. Asthma-Medikamente werden heute häufig inhaliert. Der Umgang mit den dafür entwickelten Geräten erfordert einiges an Wissen und Beratung. Fehlt diese, „vergessen“ die Patienten die Anwendung noch leichter. 

Oftmals wissen die Patienten aber auch zu wenig über die Wirkweise ihrer Medikamente. Die heute bevorzugte Asthma-Therapie kombiniert ein Akut-Medikament mit einem dauerhaft anzuwendenden Präparat. Während das Akut-Präparat nur dann inhaliert wird, wenn es zu einem Husten- oder Atemnot-Anfall kommt, sollte das Dauermedikament regelmäßig so wie vom Arzt verordnet, also zum Beispiel 1x täglich inhaliert werden. Bei konsequenter Anwendung des Dauermedikaments kommt es oftmals gar nicht mehr zu Atemnotanfällen und das Akut-Medikament wird nie oder nur selten benötigt. Wird aber das Dauer-Medikament, dessen Wirkung man nicht unmittelbar bemerkt, weggelassen, kommt es auf längere Sicht zu einer deutlichen Verschlechterung des Gesundheitszustands, die Zahl akuter Anfälle häuft sich, die Lebensqualität kann deutlich abnehmen. 

Was kann man dagegen tun? 

Für viele Experten gehört Asthma zu den Krankheitsbildern, die eine besonders intensive Information und Begleitung der Patienten erfordern. Dementsprechend setzen sich mittlerweile einige Organisationen und Vereine für die Beratung von Asthma-Patienten ein. Dazu gehört auch die Deutsche Atemwegsliga e.V., die einen ganzen Katalog an Informationsmaterialien für Asthma-Patienten bereit hält. Darunter auch Videos, die dem Patienten genau erklären, wie die Inhalationsgeräte, mit denen die Medikamente eingenommen werden, richtig angewendet werden. Das Angebot an Videos ist mittlerweile so groß, dass jeder Patient exakt das ihm verordnete Gerät dort wiederfinden kann.

Auch DocMorris bietet für Asthma ein spezielles Patienten-Betreuungsprogramm an. An einem eigens eingerichteten Beratungs-Telefon steht ein Experten-Team bereit, um die Programmteilnehmer bei allen Fragen rund um ihre Erkrankung und Medikation zu unterstützen. Apothekerin Friederike Geiss, die das Programm von pharmazeutischer Seite leitet, erläutert: „Uns sind vor allem zwei Aspekte wichtig: Zum einen wollen wir durch Information und Beratung bei unseren Asthma-Patienten das Bewusstsein dafür wachhalten, wie wichtig es ist, die Empfehlungen ihres Arztes einzuhalten. Und zum anderen wollen wir unseren Patienten die Möglichkeit bieten, sich mit allen Fragen zu Ihren Medikamenten direkt und persönlich an uns zu wenden. Denn wer bei der Anwendung der Medikamente unsicher ist oder Neben- oder Wechselwirkungen fürchtet, der braucht einen Ansprechpartner, der ihm mehr Sicherheit gibt.“ 

Das Beratungsprogramm wird in Zukunft noch weiter ausgebaut. Schon bald geht ein eigener Newsletter für Asthma-Patienten an den Start. Wenn Sie DocMorris-Kunde sind und teilnehmen möchten: Auf www.docmorris.de/leichteratmen finden Sie weitere Informationen oder rufen Sie uns einfach an 0800 - 77 38 177 (kostenfrei). 

Noch ein Hinweis zum Schluss: Auch COPD-Patienten können sich unter der gleichen Nummer zu einem Betreuungsprogramm anmelden.