Gesundheit

Tag der Organspende

Der Tag der Organspende findet jedes Jahr am 1. Samstag im Juni statt. Selbsthilfeverbände wie der Bundesverband der Organtransplantierten e.V., der Bundesverband Niere e.V. und Organisationen wie die Deutsche Stiftung Organtransplantation und die Stiftung Fürs Leben - Für Organspende, aber auch Privatpersonen und andere informieren an diesem Tag rund um den Themenkomplex Organspende und Organtransplantation und verteilen Spenderausweise.

Organspendetag jedes Jahr in anderer Stadt

Jedes Jahr ist eine andere Stadt Gastgeber der zentralen Veranstaltung. Heute ist dies die Baden-Württembergische Landeshauptstadt Stuttgart. Traditionell beginnt dieser bundesweite Tag mit einem ökumenischen Dankgottesdienst um 10:30 Uhr in der Domkirche St. Eberhard, im Gedenken an die Organspender, bei dem auch Betroffene zu Wort kommen.
Beim “Treffpunkt fürs Leben” auf dem Stuttgarter Schlossplatz finden die Besucher Informationsstände, begehbare Organmodelle für Herz und Niere und bis 18 Uhr ein Live-Musikprogramm, u.a. mit Mary Roos, Edo Zanki, Sydney Youngblood, Flo Bauer und The Dandys. Die Moderation übernimmt Dennis Wilms. Besucher können an der Fotoaktion “Mein JA zur Organspende” teilnehmen und Organtransplantierte werden für die Aktion “Geschenkte Jahre” auf die Bühne gebeten.

Bei der letzten Aktion 2013 in Essen haben 78 Organtransplantierte 839 geschenkte Lebensjahre gezeigt. In Stuttgart soll nun die “1.000” geknackt werden.

Politiker wie Gesundheitsminister Gröhe und Landessozialministerin Altpeter werden, wie in den Jahren zuvor, die Bevölkerung aufrufen, eine Entscheidung zur Organspende zu treffen. Experten der Transplantationszentren stehen Rede und Antwort und werden sich bemühen, verlorengegangenes Vertrauen der Bevölkerung zurückzugewinnen. Denn die Zahl der realisierten Organspenden hat in Deutschland im Jahr 2013 einen Tiefstand von 876 erreicht. Hauptursächlich dafür sind die aufgedeckten Skandale in Lebertransplantationszentren in Deutschland. Über Sinn oder Unsinn eines alle zwei Jahre wiederkehrenden Postversandes von Organspendeausweisen durch die Krankenkassen, so wie es nach der Reform des Transplantationsgesetzes festgeschrieben wurde, lässt sich trefflich streiten. Aufklärung medizinischer Laien zu einem komplizierten Sachverhalt sieht anders aus. Auf Dauer werden m. E. nur Vertrauen und hauptamtliche geschulte und bezahlte Transplantationsbeauftragte mehr Organspenden in Deutschland möglich machen. Es werden sicherlich noch Jahre vergehen bis in Deutschland annähernd so viele Organspenden realisiert werden wie in Spanien. Bis dahin bleibt oftmals nur der “Tod auf der Warteliste”.

Autor: Martin Kalus, seit 22 Jahren Transplantationskoordinator, Stuttgart. Seit 2001 zertifizierter European Transplant Coordinator durch die European Transplant Coordinators Organization