Kein Grund zu weinen: Trockene Augen müssen nicht sein
Gesundheit

So behalten Sie den Durchblick!

Es ist Herbst, eine kalte und feuchte Jahreszeit – aber nicht für unsere Augen. Wenn die Heizung in der Wohnung wieder eingeschaltet wird und draußen ein kalter Wind weht, freuen wir uns über unser gemütliches warmes Zuhause. Für unsere Augen ist das eine Zumutung, denn Wind und Heizungsluft lassen sie leicht austrocknen. Wir sagen Ihnen, wie sich Ihre Augen auch im Herbst wohl fühlen ohne dass Sie zu Hause frieren müssen.

Die Tränenflüssigkeit – so unscheinbar, aber bedeutend

Unser Auge ist permanent mit einem Tränenfilm überzogen, der aus drei Schichten aufgebaut ist und verschiedene Aufgaben erfüllt:
Innen ist die sogenannte Mucinphase. Sie sorgt für eine gute Benetzung der Augenoberfläche (Hornhaut) und verhindert das Anlagern von Mikroorganismen. In der Mitte ist eine wässrige Phase. Sie versorgt die Hornhaut des Auges mit Nährstoffen und Sauerstoff. Außerdem verfügt sie über Abwehrstoffe und schützt so das Auge vor Infektionen. Und ganz außen ist die Lipidphase, die die Verdunstung der Tränenflüssigkeit verhindert.

Der Tränenfilm dient als Gleitmittel für die Augenlider und reinigt, wenn sich Fremdkörper im Auge befinden. Der Lidschlag, alle 5 bis 10 Sekunden, sorgt für eine gleichmäßige Verteilung. Trockene Augen entstehen, weil zu wenig Tränenflüssigkeit produziert wird, sie zu schnell verdunstet oder die Zusammensetzung des Tränenfilms gestört ist. Der Tränenfilm wird dünner und reißt.

Was unsere Augen austrocknen lässt, dafür kann es verschiedene Gründe geben:

  • Nachlassende Augenvitalität mit zunehmendem Alter.
  • Hormonumstellung bei Frauen in den Wechseljahren.
  • Geringe Luftfeuchtigkeit z. B. in beheizten oder klimatisierten Räumen, aber auch winterliche Kälte, da kalte Luft feuchtigkeitsarmer ist als warme.
  • Wind und Zugluft, verschmutzte Luft oder Zigarettenrauch
  • Verringerter Lidschlag z. B. bei andauernder Bildschirmarbeit, Autofahren oder Lesen.
  • Zu geringe Trinkmengen.
  • Tragen von Kontaktlinsen.
  • Kosmetikprodukte
  • Einige Arzneimittel z. B. Betablocker, Psychopharmaka, Neuroleptika, Diuretika oder Hormonpräparate. Vorsicht auch mit weißmachenden Augentropfen. Sie sollten keinesfalls über mehrere Tage angewendet werden.
  • Erkrankungen wie Diabetes, rheumatische Erkrankungen, Neurodermitis, Schilddrüsenerkrankungen oder das Sjogrensyndrom.
  • Verschiedene Augenmedikamente mit Wollwachs oder dem Konservierungsmittel Benzalkoniumchlorid.

Nur ein unangenehmes Gefühl oder schädigend?

Haben Sie ein Gefühl wie Sand im Auge, sind Ihre Augen müde, rot, brennen oder leiden Sie unter Juckreiz, Lichtempfindlichkeit oder eingeschränkter Sehleistung? Dann könnten Ihre Augen zu trocken sein. Es hört sich verrückt an, aber auch wenn Ihre Augen tränen, könnte das ein Anzeichen von Trockenheit sein. Der Grund ist möglicherweise eine fehlende Lipidschicht, so läuft die wässrige Phase leicht über. Oder Trockenheit durch Sonne oder Wind übt einen so starken Reiz aus, dass es zur erhöhten Absonderung der wässrigen Phase kommt – die Augen tränen.

Sind Ihre Augen längere Zeit nicht ausreichend mit Feuchtigkeit versorgt, ist dies nicht nur eine Befindlichkeitsstörung. Da der Tränenfilm auch Substanzen enthält, die das Auge vor Infektionen schützt, sollten trockene Augen unbedingt behandelt werden, um Entzündungen zu vermeiden. Da die Symptome auch bei diversen anderen Augenerkrankungen vorkommen, sollten Sie die Ursache unbedingt von einem Augenarzt abklären lassen.

Unsere Tipps für Sie

Erhöhen Sie die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung mit Hilfe von Zimmerpflanzen, technischen Geräten, legen Sie feuchte Tücher über die Heizung oder lassen Sie nach dem Duschen die Badezimmertür offen, statt das Fenster zu öffnen. Lüften hilft im Winter übrigens nicht gegen trockene Raumluft. Um aber eine ausreichende Sauerstoffversorgung zu gewährleisten ist regelmäßiges kurzes Stoßlüften 5 bis max. 10 Minuten empfehlenswert. Achten Sie auf eine hohe Trinkmenge damit Ihr Körper ausreichend mit Flüssigkeit versorgt ist.

Sind Sie Kontaktlinsenträger? Am besten Sie steigen kurzfristig auf das Tragen einer Brille um, bis Ihre trockenen Augen sich wieder erholt haben. Oder fragen Sie Ihren Augenarzt oder Optiker, ob eine andere Kontaktlinse evtl. besser für Sie geeignet ist

Bei langer Bildschirmarbeit sollten Sie häufiger kleine Pausen einlegen oder den Blick öfter mal schweifen lassen, da der konzentrierte Blick auf den Bildschirm die Lidschlagfrequenz verringert. 

Waren Sie mit Ihren Beschwerden schon beim Augenarzt? Wenn nicht sollten Sie dies unbedingt nachholen, um sicher zu gehen, dass das Auge noch keinen Schaden genommen hat. Der Augenarzt kann dann auch gezielt therapieren, je nachdem welche der drei Schichten des Tränenfilms gestört ist oder wenn Sie aufgrund einer Erkrankung unter trockenen Augen leiden. Bis zu Ihrem Arzttermin können wir Ihnen gerne kurzfristig, je nach Beschwerden, verschiedene Tränenersatzmittel empfehlen. Wir beraten Sie gerne individuell und geben Ihnen Tipps zur Anwendung. Rufen Sie uns über unsere kostenlose Hotline (Tel.: 0800 444 11 55) an oder nutzen Sie den LiveBerater.

Hat Ihnen Ihr Arzt oder Ihre Apotheke eine Augensalbe empfohlen bedenken Sie, dass diese einen Fettfilm auf das Auge legt. Ihr Sehvermögen wird dadurch kurzzeitig beeinträchtigt. Die Anwendung von Augensalben ist daher zur Nacht empfehlenswert, sofern Sie vom Arzt keine anderen Informationen erhalten haben.