Frau trinkt Wasser aus einem Glas
Gesundheit

Da bleibt einem die Spucke weg!

Unzählige Speicheldrüsen halten unsere Mundhöhle feucht. Warum der Mund trocken bleibt, dafür gibt es die unterschiedlichsten Ursachen. Dabei ist Mundtrockenheit nicht nur unangenehm, der Speichel erfüllt in unserem Mund auch wichtige Funktionen. Denn ohne ihn können leicht Krankheiten entstehen. Wir geben Tipps, was man gegen einen trockenen Mund tun kann.

Welche Funktionen hat unser Speichel?

Der Speichel macht den Speisebrei gleitfähig, die erste Zersetzung des Essens beginnt, er reinigt die Mundhöhle und hat durch seine besondere Zusammensetzung eine Schutzfunktion für unsere Zähne. Bakterien werden abgewehrt, die Zerstörung der Zahnsubstanz durch Säure wird verhindert, da diese durch den Speichel neutralisiert werden. Durch seinen Kalzium- und Phosphatgehalt festigt er den Zahnschmelz (Remineralisation). Bestimmte Substanzen im Speichel spielen bei der Vermittlung von Geschmacksempfindungen eine Rolle.
Wieviel Speichel gebildet wird und seine Zusammensetzung sind abhängig von der Art der Nahrung, die wir zu uns nehmen.

Wie entsteht Mundtrockenheit?

Mundtrockenheit (Xerostomie) ist die mangelnde Benetzung der Mundschleimhaut durch Speichel. Der Grund: die Speicheldrüsen produzieren nicht ausreichend oder die Speichelzusammensetzung ist verändert. Es kommt zu einer zurückgebildeten, geröteten und schmerzempfindlich Mundschleimhaut. Mundtrockenheit kann kurzzeitig auftreten oder je nach Ursache zum dauerhaften Begleiter werden.

Häufig wird Mundtrockenheit verursacht durch:

  • Flüssigkeitsmangel - Schwitzen, Fieber, Durchfall oder Erbrechen führen zu hohen Flüssigkeitsverlusten
  • Alterserscheinung - durch zu wenig trinken oder weil die Speichelproduktion im Alter langsamer wird
  • Begleiterscheinung verschiedener Medikamente und Krankheiten
  • Strahlen- und Radiojodtherapie
  • Chemotherapie
  • Rauchen
  • Schnarchen
  • Eingeschränkte Kaufunktion – z. B. durch mangelhaften Zahnersatz, Mundschleimhaut- oder Zahnerkrankungen
  • Vermehrte Atmung durch den Mund - aufgrund erschwerter Nasenatmung z. B. bei einer Erkältung.
  • Stress und Lampenfieber
  • Drogen

Medikamente die als Nebenwirkung Mundtrockenheit verursachen können:

Bluthochdruckmedikamente, entwässernde Medikamente, Anticholinergika, bestimmte Antidepressiva, Antiepileptika, Beruhigungs- und Schlafmittel, Psychopharmaka , krampflösende Medikamente, Arzneimittel gegen Übelkeit und Erbrechen, Antihistaminika, Chemotherapeutika, Amphetamine, starke Schmerzmittel, Antibiotika oder Antiparkinsonmittel

Erkrankungen die Mundtrockenheit verursachen können:

AIDS, Blutvergiftung, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, Depressionen, Schädigungen der Nebennieren, Pilzinfektion im Mund, verschiedene Erkrankungen an den Speichel- und Tränendrüsen.

Welche Folgen kann Mundtrockenheit haben?

Durch zu geringe Speichelmengen kommt es zu Schluckbeschwerden, Geschmacksstörungen und Sprechschwierigkeiten, gegebenenfalls auch zu einem brennen im Mund. Ohne den Speichel bildet sich vermehrt Zahnbelag, die Zahnsubstanz wird durch Säuren zerstört, der Zahnschmelz verliert seine Festigkeit, durch Bakterienvermehrung kommt es zu Mundgeruch und Infektionen, als Folge entstehen Zahnkrankheiten wie Karies und Zahnfleischentzündungen.

Was kann ich tun?

Am sinnvollsten ist natürlich, wenn möglich, die Ursache zu behandeln. Tritt die Mundtrockenheit also über einen längeren Zeitraum oder immer wieder auf, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Neben Ursachenforschung und –bekämpfung können symptomatisch auch Speichelersatzmittel genommen werden oder es wird medikamentös die Speichelproduktion stimuliert. Handelt es sich um eine Nebenwirkung eines Medikamentes, besprechen Sie mit ihrem Arzt ob das Medikament ausgetauscht werden kann. 
Mit folgenden Tipps können Sie der Mundtrockenheit und deren Folgen entgegen wirken:

  • Eine gute Mundhygiene sollte selbstverständlich sein, da die Zähne durch den fehlenden Speichel vielen Bakterien schutzlos ausgeliefert sind. 
  • Verwenden Sie fluoridierte Zahnpasta und schützen Sie ihre Zähne zusätzlich 1x pro Woche mit einem Fluoridgel.
  • Zusätzlich können Sie Mundspülungen, Mundgels und Mundsprays verwenden, mit Inhaltsstoffen die die Mundhöhle feucht halten.
  • Sie sollten unbedingt regelmäßig zum Kontrolltermin ihren Zahnarzt aufsuchen.
  • Trinken Sie ausreichend – am besten geeignet sind Wasser oder Früchtetees, um den Flüssigkeitshaushalt auszugleichen und den Mund feucht zu halten.
  • Wählen Sie kauaktive Nahrung – Da bei trockenem Mund das Schlucken erschwert ist, können Sie durch gründliches Kauen die Speichelproduktion anregen. Dieser sogenannte stimulierte Speichel ist mineralstoffreicher als Ruhespeichel und hat damit außerdem eine höhere Fähigkeit Säuren zu neutralisieren.
  • Zahnpflegekaugummis und saure Getränke oder Bonbons regen die Speichelproduktion an. Sie sollten zuckerfrei sein, um die Schutzfunktion für die Zähne nicht weiter zu schwächen. Vorteilhaft ist, wenn der Zuckeraustauschstoff Xylit enthalten ist, da er einen nachgewiesenen antibakteriellen Effekt hat.
  • Sind Sie Raucher? – Am besten Sie gewöhnen sich diese ungesunde Gewohnheit ab. Rauchen trocknet Ihren Mund ganz besonders aus.