Frau hält sich im Bett die Ohren mit dem Kopfkissen wegen des Schnarchens des Mannes zu
Gesundheit

Schnarchen: Belästigung im Schlaf

Ob ich heute Abend wohl einschlafen kann oder muß ich wieder mit der Couch im Wohnzimmer vorlieb nehmen? Wenn ich doch mal wieder eine Nacht durchschlafen würde und tagsüber nicht immer so erschöpft und müde wäre.  Wer hätte es gedacht: in unserem Schlafzimmer ist es oft lauter als auf einer vielbefahrenen Autobahn. Gehören Sie auch zu einer dieser beiden Personengruppen? Schnarchen ist kein seltenes Phänomen, kräftezehrend für den Bettnachbarn und unter Umständen auf Dauer gefährlich für den Schnarcher selbst. Strapazieren Sie deshalb nicht länger ihre Gesundheit und/oder die Nerven ihres Partners. Es gibt zahlreiche Gründe für das Schnarchen und auch vielfältige Möglichkeiten es einzudämmen.

Schnarchen? Ich? Niemals!

Die meisten möchten das nicht wahr haben und wollen es nicht so recht glauben, weil es Ihnen peinlich ist. Sie denken „So schlimm kann das doch nicht sein!“ Tatsächlich merken viele Schnarcher nichts von ihren nächtlichen Atemgeräuschen.
Warum jemand schnarcht, dafür kann es die verschiedensten Gründe geben und die betreffen nicht nur Männer, auch Frauen schnarchen. 

Man unterscheidet das sogenannte primäre Schnarchen. Die Schnarchgeräusche entstehen, weil im Schlaf die Muskeln der oberen Atemwege entspannen, sich dadurch die Luftwege verengen und die Weichteile im erhöhten Atemluftstrom vibrieren. Häufig ist das bei Rückenlage der Fall. Der Schlaf ist in diesem Fall für den Schnarcher grundsätzlich erholsam und gesundheitlich unbedenklich. Lediglich eine morgendliche Mundtrockenheit kann auftreten. Da es auch nicht zu Schlafstörungen kommt, ist für den Schnarcher selbst keine Behandlung erforderlich, aber die Schlafqualität Ihres Partners kann erheblich darunter leiden. 

Schlafapnoe sollte man nicht unterschätzen!

Ein weiterer Grund kann eine Atemstörung wie die Schlafapnoe sein. Bei der Schlafapnoe erschlafft die Rachenmuskulatur, die Atemwege verschließen sich, es kommt zu Sauerstoffmangel durch wiederkehrende Atemstillstände, bis zu 30 Sekunden und mehr, was besonders für das Gehirn gefährlich ist. Das Schnarchen ist dabei besonders laut und unregelmäßig und damit die Atmung wieder einsetzt, wachen Sie bei jedem Atemstillstand kurz auf. Unter Umständen bekommen Sie das gar nicht bewußt mit, Ihre Schlafqualität ist dennoch stark beeinträchtigt.

Eine Schlafapnoe könnte der Grund sein, wenn Sie ihren Schlaf als nicht erholsam empfinden. Viele sind verschwitzt wenn sie aufwachen und neben Tagesmüdigkeit und Abgeschlagenheit können auch morgendliche Kopfschmerzen, Konzentrationsschwäche, Gedächtnisstörungen, Nervosität, Depressionen und Potenzstörungen auftreten. Langfristig erhöht sich Ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Diabetes mellitus und erhöhte Cholesterinwerte), weil die Atemaussetzer zu Stressreaktionen im Körper führen und das Herz öfter schlagen muß, um den Sauerstoffmangel auszugleichen. Langfristig wird der Herzmuskel geschädigt, erhebliche gesundheitliche Probleme können die Folge sein (erhöhtes Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko). Auch entwickeln Menschen mit Schlafapnoe früher eine Demenz. Übrigens kann Schlafapnoe auch Sodbrennen verursachen.

Warum schnarche ich?

Vielleicht trifft auf Sie einer oder mehrere der folgenden Faktoren zu. Diese begünstigen das Schnarchen.

  • Übergewicht: Grund ist unter anderem eine vermehrte Fetteinlagerung im Halsbereich, was zu einer Einengung der Atemwege führt.
  • Alter: Menschen im Alter zwischen 45 und 54 Jahren sind am häufigsten vom Schnarchen betroffen.
  • Geschlecht: Männer schnarchen häufiger als Frauen
  • Alkohol: Der Konsum vor dem Schlafengehen begünstigt das Schnarchen
  • Rauchen
  • Schlafmittel
  • Nasenatmungsbehinderung z. B. durch Schnupfen, Nasennebenhöhlenentzündung, Nasenpolypen
  • Anatomische Gegebenheiten z. B. Verkrümmung der Nasenscheidewand, Vergrößerung der Mandeln, Verkürzter Unterkiefer

Damit wird Ihr Schlaf wieder erholsam

Versuchen Sie es doch mal mit:

  • einer Gewichtsreduktion. So gehen auch die Fettablagerungen an Hals und Rachen zurück und die Atemwegen sind weniger blockiert.
  • Verzicht auf Rauchen.
  • Einschränkung des abendlichen Alkoholkonsums.
  • Verzicht auf Beruhigungs- und Schlafmittel sowie Muskelrelaxantien, die eine zusätzliche Entspannung der Muskulatur bewirken.
  • einem stabilen Schlaf-Wach-Rhythmus.
  • Nasenpflaster, sie weiten die Nasenflügel und erleichtern so die Atmung.
  • Schlafen auf dem Bauch oder auf der Seite, wenn Sie vorwiegend in Rückenlage schnarchen. Häufig dreht man sich allerdings nachts wieder in seine Lieblingsposition. Dagegen kann eine Schlafweste helfen oder alternativ ein Tennisball der in den Rücken des Pyjamas eingenäht wird.
  • einer Oberkörper-Hochlagerung, sie kann in Einzelfällen das Schnarchen reduzieren.

Helfen diese Maßnahmen nicht, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Er kann Ihnen zu speziellen Hilfsmitteln raten oder in sehr schwierigen Fällen eine individuelle operative Therapie vorschlagen.

Der stark störende Charakter des Schnarchens kann mit diesen Maßnahmen deutlich gemindert werden, eine Garantie für die vollständige Bekämpfung gibt es allerdings nicht.