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DocMorris: Bundesrat entscheidet zu Lasten von chronisch Kranken und finanziell Schwächeren

Europas größte Versandapotheke DocMorris hat die Entscheidung des Bundesrats kritisiert, den Antrag für ein Versandverbot von rezeptpflichtigen Medikamenten anzunehmen. „Versandapotheken verbessern die Lebensqualität von Millionen Menschen. Wenn dieser Antrag umgesetzt wird, ist das eine schlechte Entscheidung besonders für Patienten in dünn besiedelten Gegenden und für viele Betroffene, die mit jedem Euro rechnen müssen“, sagte Olaf Heinrich CEO bei DocMorris und Präsident des Europäischen Versandapothekenverbands EAMSP. „Ein Verbot des Versandhandels würde für Millionen Kunden eine teurere Arzneimittelversorgung und weitere Wege zur Folge haben. Wir hoffen, dass der Bundestag, der sich jetzt damit befassen muss, im Wahljahr sich gegen dieses Gesetzesvorhaben zu Lasten der Verbraucher stellt“, sagte Heinrich weiter.

Der Bundesrat hat in seiner heutigen Sitzung den bayerischen Antrag zum Verbot des Versandhandels mit rezeptpflichtigen Medikamenten mit knapper Mehrheit angenommen. Der Bundesrat fordert in dem Gesetzesentwurf zur „Stärkung der Arzneimittelversorgung in der Gesetzlichen Krankenversicherung“ (GKV-Arzneimittelversorgungsstärkungsgesetz), den seit 1. Januar 2004 erlaubten Versandhandel mit rezeptpflichtigen Medikamenten wieder zu verbieten. 

Am 19. Oktober hatte der Europäische Gerichtshof (EuGH) festgestellt, dass ausländische Versandapotheken nicht an die deutsche Preisbindung für rezeptpflichtige Medikamente gebunden sind und ihren Kunden Rabatte gewähren dürfen. In der Folge lobbyiert die deutsche Apothekerschaft seit Wochen für ein Versandverbot.

Olaf Heinrich vom europäischen Marktführer DocMorris entgegnet, dass viele Menschen durch ein Versandverbot rezeptpflichtiger Medikamente schlechter gestellt würden: „Gerade für bewegungseingeschränkte Personen, die einen weiten Weg zur nächsten Apotheke haben oder in Orten ohne Apotheke wohnen, bietet die Versandapotheke eine notwendige Alternative. Zudem ermöglichen Versandapotheken insbesondere Menschen mit niedrigem Einkommen und chronischen Krankheiten eine preisgünstigere medizinische Versorgung. Patienten sollten die Wahl haben, wie sie ihre Medikamente bekommen.“