Ein Asthmaspray
Gesundheit

Ein Leben mit Asthma

Marco ist 27. Noch mit 18 Jahren hätte er nicht gedacht, Asthma zu haben. Ein Interview über neue Chancen - dank einer Diagnose.

Seit wann hast du Asthma und wie hat es Dein Leben beeinflusst?

Tatsächlich haben die Beschwerden mit 18 Jahren angefangen, jedoch wurde es erst vor 2 Jahren bei mir Asthma diagnostiziert. Das Asthma, von dem ich damals noch nichts wusste, trat immer in stressigen Situationen auf und kurz vor dem Einschlafen. Es ist schon verwunderlich, dass bis vor zwei Jahren kein Arzt Asthma vermutete, denn ich saß häufig beim Arzt wegen Erkältungen und habe aus diesem Grund auch mit 20 Jahren mit dem Rauchen aufgehört. Die Ärzte sprachen immer nur von einem „chronischen Husten“. Als ich dann vor etwa 2 Jahren routinemäßig wegen einer Erkältung zu einem anderen Arzt ging, stellte dieser sofort die Diagnose Asthma. Nach dem Allergietest ergab sich, dass meine Lunge auf Pollen und Staub empfindlich reagiert. 

Was hat sich seit der Diagnose verändert?

Ich bin nicht mehr so müde wie früher und habe mehr Energie, denn ich bekomme endlich mehr Sauerstoff in meine Lungen. Vor der Diagnose habe ich oft sehr viel geschlafen, so etwa 12 oder 13 Stunden pro Tag. Heute stehe ich nach 8 Stunden Schlaf auf und bin viel fitter. Ich bin froh, dass ich nicht mehr so angestrengt einatmen muss und der ständige Husten verschwunden ist. Ein weiterer Vorteil ist natürlich, dass ich viel mehr Sport machen kann. Ich skate schon mein Leben lang und kann das seit der Diagnose viel unbeschwerter. Es sei denn es herrscht starker Pollenflug, dann vermeide ich Sport im Freien. Vor einem halben Jahr habe ich mit Kampfsport angefangen und trainiere seitdem Muay Thai und momentan auch Brazilian Jiu Jitsu.

Wie würdest du die Beziehung zwischen Dir und Deinem Inhalator beschreiben?

Mit meinem Inhalator pflege ich eine ambivalente Beziehung. Es stört mich, ihn immer dabei haben zu müssen. Auf der anderen Seite bin ich heilfroh, dass sich durch dieses einfache Tool, meine Lebensqualität um ein Vielfaches verbessert hat. Jahrelang bin ich mehr oder weniger im Dunkeln getappt, was ich haben könnte und was ich dagegen tun kann. Jetzt muss ich zwar jedes Quartal zum Arzt, aber ich weiß ja wofür. Zudem hat mich das Asthma gelehrt, auf meine Gesundheit und auf meine Atmung zu achten. Ich habe mich intensiv mit Atemtechniken und Meditation auseinandergesetzt, was ein großer Gewinn für mein Leben ist. 

Hast Du mittlerweile eine spezielle Technik, mit Deinen Asthma-Anfällen umzugehen?

Vor der Diagnose hatte ich häufig Atemschwierigkeiten vor dem Einschlafen, was sehr unangenehm war. Ich habe mich immer gefragt, was los ist und habe hineininterpretiert, woran es liegen könnte. Meditation hat mich dann eine spezielle Atmung gelehrt und das hilft mir auch heute noch, auf meinen Atem zu achten und ruhig zu atmen, auch wenn die Luft dünn ist.

Welche Medikamente nimmst Du, um dein Asthma unter Kontrolle zu halten?

Ich benutze zwei Mal täglich Pulverinhalator, welcher auch Cortisol enthält und habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Asthma ist ja schlecht fürs Herz und ich behandele das lieber frühzeitig mit dem Spray als später einmal an einem schwachen Herz zu leiden. Zusätzlich nutze ich einen Inhalator gegen Allergien, wenn der Pollenflug ganz extrem ist und ich trotz des Pulverinhalators fast keine Luft bekomme. Ich habe auch noch einen Notfall-Inhalator, um bei Bedarf die Lunge zu öffnen.

Welche Tipps kannst Du anderen Asthmatikern geben, die trotz ihres Asthmas ein bestimmtes Ziel erreichen möchten?

Da mein Asthma nicht so stark ist und ich nie an einem richtigen Asthma-Anfall gelitten habe, kann ich hier gar keine richtige Aussage treffen. Ich möchte Asthmatikern den Tipp geben, sich zusätzlich zur gängigen Schulmedizin mit Atemtechniken und alternativen Medizin zu beschäftigen. Aufgrund meiner späten Diagnose, musste ich ja sehr lange mit Asthma leben und habe im Zuge dessen Atemtechniken entwickelt.