Füße, die auf dem Bett unter eine Bettdecke hervorschauen
Gesundheit

Restless-Legs-Syndrom (RLS)

Die Erkrankung der unruhigen Beine (Restless-Legs-Syndrom) ist eine neurologische Erkrankung, die bei 3-10% der Bevölkerung auftritt. Meist sind Frauen zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr betroffen. Doch trotz der weiten Verbreitung ist noch wenig über die Krankheit, ihre Ursachen und Therapiemöglichkeiten bekannt. Wir haben daher die wichtigsten Fakten über das Restless-Legs-Syndrom sowie Tipps zur Linderung der Symptome für Euch zusammengefasst.

Beine unter Kontrolle!?

Der Name der Erkrankung Restless-Legs-Syndrom (RLS) bezieht sich auf den unstillbaren Bewegungsdrang der Beine, welcher häufig von Schmerzen und Gefühlsstörungen wie Kribbeln, Stechen oder Ziehen begleitet wird. Die Symptome, die auch in den Armen und anderen Körperregionen auftreten können, machen sich vor allem am Abend und in der ersten Nachthälfte bemerkbar – immer dann, wenn der Körper zur Ruhe kommt. Aber auch längeres Sitzen, zum Beispiel im Auto, im Büro oder bei kulturellen Veranstaltungen, kann das unangenehme Gefühl in den Gliedmaßen hervorrufen. Die Symptome können schubweise auftreten und etliche Zeit wieder völlig verschwinden. Durch Bewegung bessern sich die Beschwerden meist wieder. Sind sie nur schwach ausgeprägt, wachen Betroffene evtl. in der Nacht nur durch kurze Zuckungen auf und können schnell wieder einschlafen. Dennoch fühlt man sich am nächsten Morgen wie gerädert – ohne den eigentlichen Grund zu kennen. Häufig bleibt die Erkrankung daher lange Zeit unentdeckt. Als Folge kommt es langfristig zu Schlafstörungen und Erschöpfungszuständen mit verminderter Leistungsfähigkeit. Die Lebensqualität kann deutlich eingeschränkt sein.

Warum es zu diesen unangenehmen Beschwerden des Restless-Legs-Syndroms (RLS) kommt, die sich mit zunehmendem Alter verschlimmern, ist noch nicht genau erforscht. Die erbliche Komponente spielt eine Rolle, aber auch organische Ursachen können für die neurologischen Erscheinungen verantwortlich sein. Vermutet werden Probleme im Eisenstoffwechsel, ein Dopaminmangel (Dopamin ist ein Nervenbotenstoff im Gehirn) und Stoffwechselprobleme. Aber auch Schwangerschaften und Erkrankungen wie Niereninsuffizienz, Schilddrüsenerkrankungen, Diabetes mellitus, entzündliche Darmerkrankungen, Morbus Parkinson, Multiple Sklerose, rheumatoide Arthritis, Depressionen und Angststörungen sowie bestimmte Medikamente können das Restless-Legs-Syndrom (RLS) auslösen oder die Symptomatik verschlimmern.

Diagnose und Behandlung des Restless-Legs-Syndroms

Wenn Sie vermuten, unter dem Phänomen der unruhigen Beine (insbesondere im Ruhezustand) zu leiden. sollten Sie dies mit einem Arzt besprechen. Für eine treffende Diagnose und effektive Behandlung müssen zunächst andere Erkrankungen, die mit einer ähnlichen Symptomatik einhergehen, ausgeschlossen werden. Falls eine andere Erkrankung als Auslöser diagnostiziert wird, ist die Behandlung dieser Grunderkrankung erforderlich. Unter Umständen verschwinden die Symptome dadurch bereits wieder oder lassen sich zumindest reduzieren. Kommt es aufgrund einer Schwangerschaft zu RLS, dann klingen die Beschwerden nach der Geburt meist rasch wieder ab.

Mit diesen Tipps können Sie die Symptome reduzieren

  • Bewegung beim Auftreten der Symptome
  • regelmäßige Bewegung im Alltag, z. B. Abendspaziergang, Fahrrad fahren, Gymnastik und leichte Dehnübungen
  • kalte Wasserduschen
  • wärmende Bäder
  • Beinmassagen mit Franzbranntwein
  • Entspannungstraining
  • kognitive Verhaltenstherapie
  • Verzicht auf Alkohol, Nikotin, Koffein und Energy-Drinks
  • regelmäßige Schlafenszeiten einhalten
  • Schreibpult, um zeitweise im Stehen zu arbeiten
  • Schüßler-Salze Nr. 7, 14 oder 21
  • Homöopathisch: Arsenicum album, Rhus toxicodendron, Sepia, Sulfur oder Zincum

Behandlung mit Tücken

Das Restless-Legs-Syndrom ist nicht heilbar. Sind die Möglichkeiten von nicht-medikamentösen Maßnahmen und die Behandlung einer anderen Grunderkrankung (falls vorhanden) ausgeschöpft, ist eine Dopamin-Therapie das Mittel der Wahl. Halten Sie sich dabei unbedingt an die Anweisungen Ihres Arztes. Auch nach längerer Einnahme kann es zur sogenannten Augmentation kommen. Dabei handelt es sich um eine paradoxe Reaktion, d. h. die Beschwerden beginnen früher als gewohnt, verstärken sich oder breiten sich auf bisher nicht betroffene Körperregionen aus. Kontaktieren Sie umgehend Ihren Arzt, wenn Sie Veränderungen ihrer Missempfindungen bemerken. Erhöhen Sie keinesfalls eigenmächtig die Dosis, da dies die Augmentation zusätzlich verstärken kann.