Chlorid
Ernährung

Der Mineralstoff Chlorid

Chlorid ist ein wasserlösliches Mengenelement, das insbesondere in den Körperflüssigkeiten und in den Knochen vorliegt. Es ist zu einem Großteil als Kochsalz (Natriumchlorid) an Natrium gebunden.

Funktionen in unserem Körper

  • Bindet Wasser im Gewebe und reguliert damit den Wasserhaushalt
  • Beteiligt am Elektrolythaushalt
  • Spielt eine wichtige Rolle im Säure-Base-Haushalt
  • Reguliert den Blutdruck
  • Bestandteil der Magensäure
  • Weiterleitung von Nervenimpulsen
  • Wichtig für die Muskelarbeit

Zufuhrempfehlung

0 bis 4 Monate                            300mg/Tag (Die Werte im ersten Lebensjahr orientieren sich am Chloridgehalt der Frauenmilch)

4 bis 12 Monate                          450mg/Tag        

1 bis 4 Jahre                               600mg/Tag

4 bis 7 Jahre                               750mg/Tag

7 bis 10 Jahre                             1150mg/Tag

10 bis 13 Jahre                           1700mg/Tag

13 bis 15 Jahre                           2150mg/Tag

ab 15 Jahre                                2300mg/Tag

Schwangere und Stillende            2300mg/Tag

Da Natrium und Chlorid zu einem großen Teil als Kochsalz aufgenommen werden, liegt der Orientierungswert für Erwachsene bei 6g Kochsalz pro Tag (= 3,6g Chlorid; 1g Kochsalz = 0,6g Chlorid), das entspricht in etwa einem Teelöffel. Zu berücksichtigen ist, dass Salz häufig versteckt in vielen Fertigprodukten vorliegt. Hier wird in der Regel der Natriumgehalt und nicht der Salzgehalt oder Chloridgehalt angegeben. Um den Chloridgehalt zu ermitteln, multiplizieren Sie den Natriumwert mit 1,5.

Wer hat einen erhöhten Chlorid-Bedarf?

  • Hochleistungssportler

Sie verlieren bei lang andauernden Ausdauerwettkämpfen viel Natrium und Chlorid über den Schweiß. Der Chloridmehrbedarf entspricht proportional dem von Natrium.

Welche Lebensmittel liefern Chlorid?

  • Nahezu alle Lebensmittel liefern Chlorid. Hauptsächlich wird Chlorid aber über verarbeitete Produkte (z. B. Brot, Fleisch- und Wurstwaren, Fischkonserven), insbesondere in Verbindung mit Natrium, als Speisesalz aufgenommen. Es dient als Geschmacksverstärker und zur Konservierung.
  • Nahrungsmittel, die Zusatzstoffe (Kaliumchlorid, Calciumchlorid, Magnesiumchlorid) enthalten. Sie dienen den Lebensmitteln als Festigungsmittel, Feuchthaltemittel oder Säureregulator (z. B. in Obst- und Gemüsekonserven, Milchprodukten, Konfitüren, Fertiggerichten, Würzmitteln oder Tofu).
  • Der natürliche Chloridgehalt ist in pflanzlichen Lebensmitteln niedriger als in tierischen.
  • Einen geringen Chloridgehalt haben Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte, ungesalzene Nüssen, Pflanzenöle und allgemein unverarbeiteten Lebensmitteln.

Folgen einer Chlorid-Unterversorgung

  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Krämpfe
  • Kopfschmerzen
  • Muskelschwäche
  • Entwicklungsstörungen
  • Bewusstseinsstörungen
  • niedriger Blutdruck
  • Herzrhythmusstörungen
  • erhöhter Blut-pH-Wert

Ein Chloridmangel infolge einer zu geringen Chloridzufuhr ist in industrialisierten Ländern wie Deutschland nicht zu erwarten, da Chlorid hauptsächlich als Natriumchlorid (Speisesalz) über die Nahrung zugeführt wird. Die Speisesalzzufuhr ist bei der Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland sogar eher zu hoch. Kommt es dennoch zu einem Chloridmangel, wird Chlorid im Körper rückresorbiert.

Folgen einer Chlorid-Überdosierung

  • Gesteigertes Durstgefühl
  • Muskelschwäche
  • Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System
  • Übersäuerung des Blutes

Toxische Wirkungen durch zu hohe Chloridzufuhr sind nicht bekannt, da überschüssiges Chlorid bei gesunden Personen über die Nieren ausgeschieden wird. Für Erwachsene gelten 3,6g Chlorid pro Tag als tolerierbare Gesamtzufuhr.

Welche Umstände können den Chlorid-Haushalt im Körper beeinflussen?

  • Große Flüssigkeitsverluste durch starkes Schwitzen, Durchfall oder Erbrechen
  • Chloridaufnahmestörungen im Darm
  • Chronische Nierenerkrankungen
  • Sehr salzarme Nahrung
  • Störung des Säure-Base-Gleichgewichtes
  • Zuckerkrankheit
  • Autoimmunkrankheiten
  • Übersteigerte Atmung und eingeschränkte Atemfunktion
  • Verbrennungen

Welche Medikamente haben Einfluss auf die Chlorid-Versorgung?

  • Diuretika
  • Kortisonpräparate
  • Carbonanhydrasehemmer (z. B. Acetazolamid) zur Behandlung des Glaukoms

Zusatzinformationen

Der Mensch gewöhnt sich an den salzigen Geschmack. Das Verlangen nach Salz in den Speisen wird größer. Ersetzt man über mehrere Tage und Wochen das Salz in den Speisen durch mehr Kräuter und Gewürze, wird der niedrigere Salzgehalt nach einer Weile als geschmacklich positiv bewertet und andere Aromastoffe werden wieder besser geschmeckt. Weniger Chlorid nimmt man zu sich, wenn man auf das Nachsalzen verzichtet, beim Kochen mehr Kräuter und Gewürze statt Salz verwendet und Fertigprodukte oder stark verarbeitete Produkte nur in Maßen genießt.

Ist der Chloridtransport im Körper gestört, dann ist der Wassergehalt in den Sekreten von Darm, Bauchspeicheldrüse, Lunge und Geschlechtsorganen zu niedrig. Dies äußert sich in der Erkrankung Mukoviszidose.