Verlustbewältigung
Körper und Seele

Verlustbewältigung

Jeder Mensch erlebt in seinem Leben Schicksalsschläge. Diese sind für unsere Psyche eine Herausforderung. Wie wir sie überwinden und wie sehr sie unser weiteres Leben beeinflussen und/oder belasten, ist individuell sehr verschieden.

Welche Verluste können unsere Seele belasten?

Beim Thema Verlustbewältigung denken die meisten sicherlich an den Tod eines geliebten Menschen. Es gibt aber noch weitaus mehr Situationen, die von Verlustkrisen geprägt sind und einen radikalen Einschnitt in unser Leben bedeuten. Solche Ereignisse, bei denen nichts mehr so sein wird, wie vorher, sind z. B.:

  • Schwere Unfälle oder Krankheiten mit langfristigen oder dauerhaften körperlichen Einschränkungen, bei einem selbst oder einem geliebten Angehörigen
  • Verursachen eines Unfalls, bei dem andere zu Schaden gekommen sind
  • Scheidung
  • Trennung von den Kindern, anderen Familienangehörigen oder Freunden
  • Arbeitsplatzverlust
  • Geschäftsaufgabe oder Bankrotterklärung, verbunden mit existenzbedrohenden finanziellen Einschränkungen
  • Straffällig gewordene Angehörige
  • Fehlgeburt
  • Angeborene Behinderungen oder Krankheiten der Kinder

Wie stark wird unsere Psyche beansprucht?

Die Intensitäten, mit der Schicksalsschläge unsere Psyche belasten, können sehr unterschiedlich sein. Trauer und Verlust können einen Menschen an die Grenzen seiner psychischen Belastbarkeit bringen. Wie ein Mensch reagiert und damit umgeht, das ist abhängig vom individuellen Charakter und der jeweiligen Lebenssituation. Es gibt kein Patentrezept für die Bewältigung von Lebenskrisen. Jeder hat seine eigene Art, zu trauern. Wie lange die einzelnen Phasen (Schock, Gefühlschaos, intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, Neuorientierung, Hoffnung) andauern, geschieht sehr individuell.

Folgen seelisch belastender Ereignisse

Gefühle, mit denen wir auf ein Ereignis reagieren, können je nach Schicksalsschlag Schmerz, Traurigkeit, Schuldgefühle, Verzweiflung, Selbstzweifel, Einsamkeit, Wut, Hass, Neid, Missgunst oder Angst sein.

Massive Einschnitte in unser Leben, die unsere Psyche belasten, müssen verarbeitet werden, denn wenn wir Gefühle in uns verschließen, kann unser Körper nicht optimal funktionieren. Bei dauerhafter Belastung unserer Seele laufen wir Gefahr, krank zu werden. Das kann sich äußern in einer Schwächung des Immunsystems, schnellerer Hautalterung, Entzündungen, Magen-Darm-Beschwerden, und einem erhöhten Risiko für einen Herzinfarkt.

Es ist also wichtig, unser seelisches Befinden zu verbessern, um wieder in ein Gleichgewicht zu kommen. Das heißt nicht, das Geschehene zu vergessen oder gut zu heißen, aber es als Tatsache anzunehmen. Nur dann kann ich mich damit abfinden, es verkraften und darüber hinweg kommen.

Setzen Sie sich also mit ihrer Trauer auseinander, egal ob Sie sie nach außen zeigen oder im Stillen, indem Sie Ratgeber lesen, ein Tagebuch führen oder ihre Gefühle kreativ ausleben (z. B. Malen). Die Emotionen müssen raus, sie sollten keinesfalls unterdrückt werden, denn nur indem Sie Emotionen zulassen, können Sie lernen, mit den Gefühlen umzugehen und den Verlust zu verarbeiten. Häufig können solche Lebenskrisen nur mit fremder Hilfe bewältigt werden. Vielleicht helfen Ihnen Gespräche mit nahestehenden Menschen oder auch in Selbsthilfegruppen, mit Personen die Ähnliches erlebt haben.

Wer mit dem Schmerz nicht umgehen kann, sich also sozial zurück zieht, Schuldgefühle hat, alles was mit dem Verlust zu tun hat vermeidet oder Panikattacken entwickelt, sollte die Unterstützung eines Psychotherapeuten suchen. Es ist wichtig, sich nicht zurückzuziehen, sondern nach der ersten Trauerphase wieder aktiv zu werden, im Beruf, in der Familie und in der Freizeit wieder etwas zu unternehmen. Das lässt den Schmerz teilweise vergessen und wird durch positive Erfahrungen ersetzt. Bringen Sie wieder Struktur in Ihren Alltag, das gibt Stabilität. So wird das seelische und körperliche Gleichgewicht wieder hergestellt, damit ein normales, wenn auch anderes Leben wieder möglich wird.