Baby wird gestillt
Gesundheit

Stillen und Säuglingsnahrung

Bereits vor der Geburt setzen sich viele werdende Mütter mit der Frage auseinander, ob sie ihr Kind stillen sollen oder nicht. Ist Stillen gesünder für mein Baby? Wie lange sollte ich idealerweise stillen? Oder ist sogar Flaschennahrung und Beikost viel besser geeignet?

Hierzu gibt es offizielle Empfehlungen, die wir für Sie zusammengefasst haben:

„Breast is best“ 

Muttermilch ist die beste Ernährungsform für den Säugling in den ersten Lebensmonaten, denn Stillen wirkt sich positiv auf die Gesundheit von Mutter und Kind aus. Stillen kann das Risiko z.B. für Durchfall, Mittelohrentzündung und späteres Übergewicht beim Kind senken und ist mit einem geringeren Risiko für den plötzlichen Kindstod verbunden. Bei der Mutter fördert Stillen zugleich die Rückbildung der Gebärmutter nach der Geburt und reduziert das Risiko, an Brust- und Eierstockkrebs zu erkranken. Außerdem wird die emotionale Bindung zwischen Mutter und Kind gefördert. Aber auch nur, solange man sich als Mutter auch wohl damit fühlt. Denn gegen seinen Willen und sein Wohlbefinden zu stillen, hilft weder Mutter noch Kind. Sein Kind nicht stillen zu wollen oder nicht stillen zu können, ist keine Seltenheit. Machen Sie sich keine Vorwürfe, es gibt heutzutage gute Alternativen. Denn auch, wenn Sie nicht stillen, können Sie eine starke Bindung zu Ihrem Kind aufbauen, indem Sie sich viel Zeit mit Ihrem Schützling und viel Haut-zu Haut-Kontakt gönnen.

Stillen - aber wie oft und wie lange?

Wenn Sie stillen, dann legen sie Ihr Kind am besten innerhalb der ersten Stunde nach der Geburt an. Bestenfalls stillen Sie für das erste Lebenshalbjahr, mindestens bis zum Beginn des 5. Monats ausschließlich. Auch Teilstillen ist wertvoll (d. h. es wird teils gestillt, teils mit Säuglingsmilchnahrung gefüttert). Nach Einführung der Beikost wird empfohlen, weiter zu stillen. Für wie lange, das bestimmen Mutter und Kind. Stillhäufigkeit und -dauer richten sich nach dem Bedarf Ihres Kindes, in den ersten Wochen oft zehn- bis zwölfmal am Tag. 

Säuglingsmilchnahrung: welche ist die richtige?

Bei den Säuglingsmilchnahrungen wird unterschieden zwischen Säuglingsanfangs- und Folgenahrungen. Anfangsnahrungen stellen die einzige Alternative zur Muttermilch dar. Sie sind als „Pre“- und „1er“-Nahrungen im Handel erhältlich und eignen sich zur Fütterung im gesamten ersten Lebensjahr. Die beste Alternative zur Muttermilch ist die Pre-Nahrung, denn sie ähnelt der Muttermilch am meisten und enthält als Zucker nur Laktose. 1er-Nahrungen enthalten auch andere Zuckerarten, die sich manchmal ungünstig auf die Darmflora des Babys auswirken können.

Folgemilch, als "2er" und "3er" bezeichnet, dürfen Kinder erst erhalten, wenn sie schon Beikost bekommen (ab dem 5. - 7- Monat), denn sie sind als Ergänzung zur Beikost gedacht. Spezialnahrungen sind grundsätzlich nur nach Rücksprache mit dem Kinderarzt zu füttern. Dazu zählen z. B. Produkte, die Sojaprotein enthalten oder auch solche, die bei Spuckneigung eingesetzt werden. Weiterhin gibt es Säuglingsmilchnahrungen mit zugesetzten Pro- oder Präbiotika. Hier ist jedoch bisher kein Vorteil dokumentiert. Bestehen Darmprobleme, können Sie den Zusatz von Pro- oder Präbiotika probieren, sprechen Sie aber vorher mit Ihrem Kinderarzt.

Falls ein erhöhtes Allergierisiko besteht und Sie Ihr Kind nicht voll stillen können, wird im ersten Lebenshalbjahr eine HA-Säuglingsnahrung empfohlen (bis zum Beginn der Beikost). Dazu zählen Säuglinge, deren Eltern oder Geschwister von einer Allergie betroffen sind. HA steht für hypoallergen. Die Eiweiße sind in besonders kleine Bestandteile aufgespalten und bieten dem Immunsystem weniger Angriffsfläche. Nicht zur Allergievorbeugung geeignet sind Säuglingsnahrungen auf der Basis von Sojaprotein, Ziegen-, Stuten- oder einer anderen Tiermilch. Von einer Selbstherstellung aus Milch (Kuh-, Ziegen-, Schafs-, Stutenmilch) oder anderen Rohstoffen als Ersatz für Muttermilch wird dringlich abgeraten. Durch einen zu hohen Proteingehalt wird die Säuglingsniere geschädigt, außerdem besteht ein erhöhtes Risiko für Magen-Darm-Infektionen (durch möglichen Bakteriengehalt). 

Beachten Sie bei der Zubereitung von Säuglingsmilchnahrungen auch immer die Hygienevorschriften. Die Pulver sind zwar keimarm, aber nicht steril und die Standzeiten der zubereiteten Milchnahrung haben einen großen Einfluss auf die Vermehrung der Bakterien. Deshalb ist die entscheidende hygienische Vorsichtsmaßnahme Milchnahrungsreste zu entsorgen und nicht wieder aufzuwärmen