Juckreiz und Rötungen bei Reisedermatosen
Gesundheit

Reisedermatosen

Urlaub bedeutet für die meisten, sich auf Reisen zu begeben. Gerne weit weg, wo Strand und Sonne auf einen warten und man die Seele baumeln lassen kann. Leider kommt es nicht selten vor, dass man aus der Reiseregion nicht nur schöne Erinnerungen und einen gebräunten Teint mitbringt, sondern auch unliebsame Souvenirs, wie bspw. Hauterkrankungen. Diese Hauterkrankungen fasst man unter dem Begriff „Reisedermatosen“ zusammen.

Die häufigsten Reisedermatosen

Sonnenallergie

Die Sonnenallergie ist wohl die bekannteste Hauterkrankung, die im Urlaub auftritt. Es kommt wenige Stunden bis 3 Tage nach einem übermäßigen Sonnenbad zu juckenden Knötchen, die vor allem dann auftreten, wenn man sich unvorbereitet lange Zeit intensiver Sonne aussetzt. Teilweise können auch Kosmetik-Produkte die Symptome verschlimmern. Ansteckend ist diese Art der Allergie jedoch nicht. Die Hautreizungen und Rötungen verschwinden in der Regel von alleine wieder, sobald die Haut für längere Zeit nicht mehr der Sonne ausgesetzt wird.

 

Allergische Reaktionen durch Henna Tattoos

Insbesondere in orientalischen Regionen kommt es nach dem Aufbringen eines Henna Tattoos oft zu schweren allergischen Reaktionen der Haut. Das liegt darin begründet, dass dort in den Farben eine in Deutschland verbotene Substanz (p-Phenylendiamin) verwendet wird.

 

Tinea corporis = Ringelflechte

Ringelflechte ist eine Pilzerkrankung, die durch streunende Tiere übertragen wird. Es kommt zu ringförmigen, juckenden und schuppenden Hautveränderungen. Ein hohes Infektionsrisiko besteht beim Streicheln der streunenden Tiere, denen man den Befall nicht ansehen kann. Ringelflechte kommt vermehrt in den Mittelmeerländern und auf den Kanaren vor.

 

Leishmaniose = Orientbeule

Sandmücken in den Tropen und Subtropen (Subtropen = Klimazone zwischen den Tropen und der gemäßigten Zone, also zwischen ungefähr 25 und 40 Grad nördlicher bzw. südlicher Breite und demnach auch im Mittelmeerraum) übertragen den Erreger der Leishmaniose durch einen Stich. Es entstehen juckende Knötchen, die zu einem schmerzenden Geschwür heranwachsen. Zu beachten ist, dass diese Hautreaktion unter Umständen erst Wochen nach der Rückkehr aus dem Urlaub auftritt und dann meist nicht mit der Reise in Verbindung gebracht wird. Leiden Sie also an einem nicht heilenden Mückenstich, den Sie sich aus dem Urlaub mitgebracht haben, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, denn durch diese Infektion sind weitere sogenannte Superinfektionen möglich, z. B. Pilzerkrankungen oder Infektionen mit anderen Parasiten.

 

Skabies = Krätze

Krätze ist eine Hauterkrankung, die durch Milben verursacht wird, welche sich in der Haut einnisten und nach zwei bis fünf Wochen einen großflächigen, juckenden Hautausschlag mit Papeln und Bläschen verursachen. Die Krätze ist weltweit verbreitet. Sie wird durch direkten Hautkontakt oder Textilien übertragen. Besondere Gefahr droht daher in tropischen Ländern bei engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung, weil hier bis zu 15% der Bevölkerung betroffen sind. Ein weiteres Ansteckungsrisiko besteht in qualitativ minderwertigen Unterkünften, mit mangelnder Hygiene und häufigem Bewohnerwechsel, z. B. über die Bettwäsche oder Matratzen.

 

Larva migrans = Hautmaulwurf

Der Erreger des Hautmaulwurfs ist ein Hakenwurm, dessen Larven sich in die Haut bohren und unter der Haut wandern. Diese zeigen sich auf der Haut als serpentinenartige Rötungen und  führen zu Juckreiz. Die Krankheit heilt zwar durch absterben der Larve von selbst aus, dies kann aber unbehandelt mehrere Monate dauern. Zu einer Infektion kommt es, wenn man mit kontaminiertem Kot freilaufender Tiere in Kontakt kommt, z. B. durch barfußlaufen am Strand oder sitzen im Sand. Vorwiegend sind Strände in feuchtwarmem Klima (z. B. Afrika, Karibik, Südamerika, Südostasien, südöstliche Staaten der USA und teilweise auch am Mittelmeer) mit diesem Erreger verseucht.

 

Myiasis

Myiasis ist eine Infektion der Haut mit Fliegenlarven, bei der eine Atemöffnung der unter der Haut sitzenden Fliegenlarve erkennbar ist, aus der Sekret austreten kann. Es wird die Wundmyiasis und die furunkulöse Myiasis unterschieden. Bei der Wundmyiasis sind die Fliegenlarven durch eine bereits bestehende Wunde in die Haut eingedrungen. Bei der furunkulösen Myiasis entstehen Knoten ggf. erst Tage oder Wochen nach der Reise. Die Knoten nehmen mit Entwicklung der Larve an Größe zu. Die Erkrankung tritt vorwiegend im tropischen und subtropischen Raum auf.

 

Tungiasis

Tungiasis ist die Besiedelung der Haut durch einen Sandfloh, der seine Eier nach außen abgibt. Anschließend sterben die Parasiten ab. Meist tritt die Erkrankung an Füßen oder Händen auf. Sie äußert sich durch Juckreiz, gefolgt von punktförmigen bis erbsengroßen, druckschmerzhaften Knoten, mit zentraler schwärzlicher Öffnung. Ohne Behandlung kommt es nach 4-6 Wochen zur Abheilung. Die häufigsten Verbreitungsgebiete sind die Karibik, Südamerika und die Subsahara in Afrika (alle Gebiete die südlich der Sahara liegen).

Wie kann man Reisedermatosen vorbeugen?

Benutzen Sie Insektenabwehrmittel und vermeiden Sie einen Sonnenbrand, denn eine gereizte Haut ist deutlich empfänglicher für Infektionen. Geben Sie ihrer Haut die Möglichkeit, sich langsam an die intensive Sonneneinstrahlung zu gewöhnen.

Kommt es zu einem Stich, desinfizieren Sie diesen umgehend. Besonders bei Personen mit einem geschwächten Immunsystem kann es sonst zu schlimmen Infektionsverläufen kommen.

Streicheln Sie keine streunenden Tiere, versuchen Sie, am Strand möglichst nicht barfuß zu laufen und legen Sie sich nur auf einer Decke oder in einem Liegestuhl in den Sand.

Ist es zu einer Reisedermatose gekommen, sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen. Je früher der Erkrankung entgegengewirkt wird, desto geringer die Auswirkungen und desto besser die Heilungschancen. Große Ansteckungsrisiken lauern vor allem im Mittelmeerraum und in den Tropen (= Die heißesten Klimazonen der Erde. Das Gebiet zwischen den Wendekreisen, also zwischen je 23,5 Grad nördlicher und südlicher Breite).