Hautrötungen bei Rosazea
Gesundheit

Rötungen im Gesicht

Rosazea ist eine Erkrankung, die für alle sichtbar ist. Denn sie tritt im Gesicht auf und verursacht dort auffällige Rötungen. Für Betroffene kann das zu einer enormen Belastung werden, und die Erkrankung an sich geht oft auch mit Schamgefühlen und Unsicherheiten einher. Eine Heilung ist nicht möglich, eine gute Behandlung der Symptome jedoch schon. Wir erklären, wie!

Was ist Rosazea?

Rosazea ist eine chronisch entzündliche Hauterkrankung, die schubförmig verläuft und vorwiegend im Gesicht bei Erwachsenen auftritt. Ansteckend ist Rosazea nicht. Zwar ist die Ursache der Grund-Erkrankung nicht bekannt, aber es gibt bestimmte Faktoren, die einen Schub auslösen können. Dazu gehören z. B. Störungen im Immunsystem, Entzündungsreaktionen, Gefäßveränderungen, psychischer Stress, hormonelle Umstellung, UV-Strahlung, große Temperaturschwankungen, körperliche Anstrengung, Kosmetika, Seife, aggressive Reinigungssubstanzen, scharfe Speisen, Alkohol und heiße Getränke. Die Hauterkrankung Rosazea tritt in unterschiedlichen Schweregraden auf. Abhängig von den Symptomen gibt es auch einige Sonderformen der Rosazea. Als Therapie gelten die Vermeidung der individuellen Provokationsfaktoren und die symptomatische Behandlung.

Die Erkrankung Rosazea hat auch verschiedene andere Bezeichnungen. Mit den Begriffen Couperose, Gesichtsrose oder Acne rosacea bzw. auch veraltet Bezeichnungen wie Acne erythematosa, Kupferrose, Kupferfinne oder Rotfinne ist ebenfalls die Rosazea gemeint.

Die Schweregrade der Rosazea

Vorstadium = Rosazeadiathese

Beim Vorstadium der Rosazea kommt es zu anfallsartigen Erythemen. Das heißt, die Betroffenen leiden unter flüchtigen (nicht permanenten), entzündlichen Hautrötungen durch Gefäßerweiterung, infolge verstärkter Durchblutung.

Schweregrad I (Initialstadium) = Rosacea erythematosa-teleangiectatica

Beim Schweregrad I der Rosazea kommt es zu anhaltenden Erythemen, bei denen die einzelnen Gefäße spinnennetzartig sichtbar sind. Darüber hinaus kann es zu Juckreiz, Brennen oder Trockenheit und Schuppung der Haut kommen.

Schweregrad II = Rosacea papulopustulosa

Neben dem anhaltenden Erythem treten im Schweregrad II der Rosazea auch Papeln (Hautausschlag mit knötchenartiger Verdickung) und/oder Pusteln (Eiterbläschen = Pickel) auf - ähnlich wie bei einer Akne – jedoch ohne Mitesser (schwärzlich verfärbter, fettiger Pfropf, der die Öffnung einer Talgdrüse verstopft). Davon können auch der Hals, die Brust, das Dekolleté oder die Kopfhaut betroffen sein.

Schweregrad III = Glandulär-hyperplastische Rosacea

Ist die Rosazea bereits bis zum Schweregrad III fortgeschritten, kommt es zusätzlich zu Wucherungen des Bindegewebes und der Talgdrüsen. Die Haut verdickt und es bilden sich sogenannte Phyme (Knollen). Typisch ist eine Knollennase, die Phyme können aber auch am Ohr, dem Kinn, der Stirn oder am Augenlid auftreten.

Sonderformen der Rosazea

Okuläre Rosazea = Ophthalmorosazea

Eine okuläre Rosazea liegt vor, wenn neben der Hautrosazea zusätzlich die Augen betroffen sind. Es kommt zu einer Lidrandentzündung und einem trockenen Auge, zusätzlich verbunden mit Fremdkörpergefühl sowie brennenden oder tränenden Augen. Außerdem kann es zu Sehstörungen kommen, es kann sich eine Bindehautentzündung entwickeln und es entstehen erweiterte Gefäße am Auge und/oder Wasseransammlungen (Ödeme) in der Umgebung der Augenhöhle. Im weiteren Verlauf können schwere Augenschäden an der Hornhaut, mit Sehbeeinträchtigungen die Folge sein. Ist die Hautrosazea nur gering ausgeprägt, ist es schwierig, die Augenerkrankung als Rosazea zu erkennen.

Rosazea conglobata

Die Rosazea conglobata ist gekennzeichnet durch große entzündliche Knoten, die sich verhärten. Im Gegensatz zur Akne treten sie bei Rosazea conglobata nur im Gesicht auf.

Rosazea fulminans

Diese plötzlich, ausschließlich bei Frauen im Gesicht auftretende Form, erreicht innerhalb weniger Tage oder Wochen die Maximalvariante. Sie tritt gehäuft in und nach der Schwangerschaft auf. Es treten große, sich verändernde, zusammenbackende Knoten und zahlreiche Pusteln auf und es kommt zu einer konstanten Absonderung der Talgdrüsen.

Gramnegative Rosazea

Nach monatelanger Therapie einer Rosazea mit Antibiotika kann sich die Gramnegative Rosazea entwickeln. Durch bestimmte überlebende Keime kommt es zu Entzündungen der Haut.  Diese Form der Rosazea kann leicht mit der Rosazea papulopustulosa verwechselt werden. Eine Unterscheidung ist aber wichtig, da eine andere Therapie erforderlich ist.

Steroidrosazea

Wird eine Rosazea als solche nicht erkannt und dadurch fälschlicherweise längere Zeit mit Glukokortikoiden behandelt, kann die Steroidrosazea entstehen. Es kommt zum Gewebeschwund, die Haut spannt, Blutgefäße treten sichtbar hervor und die Haut wird von Milben besiedelt. Setzt man das Glukokortikoid ab, kommt es meist zuerst zu einer Verschlimmerung, die erst im weiteren Verlauf abheilt.

Granulomatöse (lupoide) Rosazea

Dieser schwer behandelbare Rosazea-Typ ist gekennzeichnet durch bräunlich-rötliche Papeln, die hauptsächlich an Oberlid, Unterlid, um den Mund herum und an der Jochbeinregion verstreut sind. Die restliche Gesichtshaut ist gerötet, mit meist den typischen Zeichen der Rosazea.

Morbus Morbihan

Bei diesem Erkrankungstyp sind verstärkt die Lymphgefäße beteiligt, mit festen, kaum eindrückbaren Ödemen, besonders an Wangen, Nase und Stirn.

Rosazea im Kindesalter

Bei Kindern zeigt sich die Rosazea ähnlich wie bei Erwachsenen und kann auch in Sonderformen auftreten. Ausgenommen sind Knollenbildungen (Phyme). Diese konnten bisher bei Kindern nicht beobachtet werden.

Die Behandlung von Rosazea ist vielversprechend - eine Heilung leider nicht möglich

Eine Rosazea sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Meist kommt es zu einer kontinuierlichen Verschlimmerung der Symptome, die nicht selten zu psychischen Problemen führen.

Die Behandlung einer Rosazea gehört auch deshalb immer in die Hände eines Arztes. Eine äußerliche Behandlung ist in vielen Fällen meist ausreichend. Wichtig ist, die passende Therapie zur auftretenden Rosazeaform bzw. zum vorliegenden Schweregrad zu finden. Da die Haut bei Rosazea meist besonders empfindlich ist, ist nicht nur der geeignete Wirkstoff, sondern auch die Verträglichkeit von Bedeutung. In schweren Fällen oder bei therapieresistenten leichten Formen kann die äußerliche Behandlung mit einer systemischen Therapie kombiniert werden.

Die Behandlung der Rosazea führt in der Regel zu einer Verbesserung des Hautzustandes. Nach Absetzen der Therapie kommt es aber häufig zu einem Wiederauftreten. Dieses gilt es mit einer äußerlichen Erhaltungstherapie zu verhindern.

Folgende Behandlungsmethoden stehen je nach Form und Ausprägung zur Verfügung:

  • eine symptomatische äußerliche Behandlung, mit gefäßverengender Wirkung und dadurch Abblassen der Haut
  • Antibiotika zum Auftragen oder Einnehmen
  • Aknetherapeutika
  • Lichttherapie
  • Bei sichtbaren Gefäßerweiterungen und beim Phymatösen Typ kann eine Laserbehandlung zum Einsatz kommen. Diese kann aber auch unerwünschte Effekte haben, wie Vernarbung, Deformität oder Hypopigmentierung (Verlust der Hautfärbung). Außerdem kann ein Wiederauftreten nicht ausgeschlossen werden.
  • Operative Korrektur von Phymen
  • Bei der Okulären Rosazea können zusätzlich Immunsuppressiva (= Substanzen, die das Immunsystem hemmen) zum Einsatz kommen. Als lokale Maßnahmen können z. B. Lidrandhygiene und der Einsatz von Tränenersatzmittel hilfreich sein.

Was Sie auch ohne Arzt gegen Rosazea unternehmen können

Nicht nur der Arzt kann mit einer entsprechenden Therapie das Leiden der Rosazea-Patienten lindern. Mindestens genauso hilfreich sind die Maßnahmen, die Sie als Patient auch selbst ergreifen können. Dazu gehört in erster Linie das Vermeiden der Provokationsfaktoren. Das heißt, zu erkennen, durch was die Hautrötungen ausgelöst oder verschlimmert werden und diese Faktoren so gut es geht zu vermeiden. Konkret bedeutet das:

 

  • Geeigneten UVA- und UVB-Sonnenschutz verwenden (hoher Lichtschutzfaktor mit eher physikalischen Blockern statt chemischen Filtern).
  • Keine aggressiven Reinigungssubstanzen (einschließlich Seifen) verwenden.
  • Auf Kaffee, Tee, Alkohol und scharfe Gewürze verzichten.
  • Nicht rauchen - durch die Gefäßverengende Wirkung des Nikotins staut sich das Blut, feine Äderchen können dadurch platzen.
  • Keine Sauna- und Dampfbäder besuchen und keine Peelings anwenden - sie regen die Durchblutung der Haut an.
  • Stress vermeiden
  • Eine auf die Problematik der Rosazea abgestimmte Hautpflege zur Unterstützung der ärztlichen Therapie verwenden. Solche Produkte haben einen UV-Schutz, sind wenig fetthaltig, haben nur wenige Inhaltsstoffe und sind frei von Duft- und Konservierungsstoffen. Auch mildern sie zusätzlich die Hautrötungen und –reizungen und wirken hautberuhigend. Es gibt zudem auch kosmetische Produkte, die bei Rosazea beispielsweise zum Kaschieren und Abdecken helfen können. Der positive Effekt auf die Lebensqualität (Psyche) ist dabei ein wichtiger Faktor.

Produkte, die speziell für den Bedarf von Rosazea-Patienten entwickelt wurden, gibt es beispielsweise von La Roche-Posay: